Was ist New York…

Antwort: Ein schlechter Witz im Vergleich mit Hongkong. Das wurde uns schon am ersten Abend bewusst, als wir den beeindruckenden Anblick der Skyline von Hongkong-Island geniessen durften. Noch beeindruckender wurde es, als wir uns auf Augenhoehe mit den Wolkenkratzern befanden. Dafuer fuhren wir mit der Standseilbahn auf den Victoria-Peak von dem man einen wunderbaren Blick auf die Hochhausschluchten Hongkongs sowie den Hafen werfen kann.
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Von dort aus ging es rasant mit dem Bus ueber kurvige Strassen, wie man sie sonst nur in den Alpen finden kann, hinab um mit der Star Ferry nach Kowloon ueberzusetzen. Es stand wieder ein Abendessen mit Zulei auf dem Programm. Dieses mal gab es fuer Hongkong typische Speisen. Sie mundeten uns vorzueglich und boten sogar noch etwas fuer das Auge. Um den Abend noch gebuehrend ausklingen zu lassen, haben wir uns auf den Weg nach Wan Chai gemacht. Dort haben wir uns den „Rotlicht“-Bezirk angesehen, welcher aber im Vergleich zu Amsterdam und Hamburg eher harmlos ist. Also haben wir uns in eine Bar begeben um ein Corona „Bier“ fuer 25$ zu trinken. Leider gab es nur besoffene Englaender und eine sehr laute Live-Band, sodass wir unsere „Biere“ schnell tranken und den Heimweg antraten.
Am naechsten Tag sind wir dann zum Giant-Buddha gefahren. Auf dem Hinweg fuhren wir mit der Seilbahn, von der man einen wunderbaren Blick auf den Hongkong-Airport und die gruenen Huegel von Lantau hat. Offenbar hatten nicht nur wir die Idee, sodass wir ueber eine Stunde anstehen mussten, ehe wir mit der Seilbahn fahren konnten. An der Endstation angekommen, begaben wir uns direkt auf den Weg zum Buddha, erklomen die Stufen und machten uns ueber Franzosen lustig, die wie immer mit ihrer ganz besonderen Art auffielen. Den Rueckweg bestritten wir per Bus, der auch ohne Gnade ueber enge kurvige Strassen heizte, und per Faehre, von der man einen ebenfalls sehr guten Blick auf die Skyline von Hongkong hat. Den Abend haben wir mit 12 Dosen Pils gemuetlich ausklingen lassen.
Fuer den heutigen Tag war eigentlich ein Besuch des Shek O-Beach geplant, doch der Typhoon Nesat machte uns einen Strich durch die Rechnung. Die Menschen laufen mit angstverzerrten Gesichtern durch die leergefegten Strassen und der oeffentliche Nahverkehr wurde bereits eingestellt. So sehen wir uns gezwungen, festgesetzt im Hostel, erneut gemuetlich einen Abend mit Bier zu verbringen.

Busfahrt an die „Dachrinne der Welt“

Wenn Tibet das Dach der Welt ist, dann ist Shangri-La die Dachrinne! Aber alles nach einander…

Um an die Dachrinne der Welt zu kommen, muss man sich auf eine wahrlich abenteuerliche Busfahrt begeben. Da das Ticket ueber das Hostel gebucht werden konnte und die Expressbus-Station mit dem Taxi nur wenige Minuten entfernt ist, konnte die erste Huerde ohne Probleme genommen werden. Auch das Finden des richtigen Busses gestaltete sich denkbar einfach. Spanned wurde es erst, nachdem wir mit dem Bus Lijiang verlassen hatten und der Expressbus-Fahrer den Motor auf optimale Betriebstemperatur gebracht hatte. Ueber eine nordschleifenaehnliche zweispurige Strasse schossen wir die Berge empor, ueberholten an den uneinsichtigsten Stellen (offenbar war der Fahrer ein Adrenalinjunkie), schossen an der ersten Unfallstelle vorbei (Ein LKW mit schweren Felsbrocken beladen war von der Strasse in den Graben gerutscht) und testeten erstmals die Gelaendegaengigkeit des Busses. Das diese Fahrt offensichtlich auch fuer Chinesen kein Zuckerschlecken war und eine Frau bereits begann, eine Plastiktuete mit ihrem Mageninhalt zu fuellen, beunruhigte uns nicht im geringsten, wir genossen die Fahrt und den Ausblick ueber die Landschaft in vollen Zuegen Bussen.

Nach dem ersten und einzigen Boxenstop stieg die Kotz-Chinesin aus und hinterliess ihren liebevoll zugeknoteten Plastikbeutel an ihrem Platz. Da sich der Busfahrer nun statt der Strasse lieber schlechten chinesischen Seifenopern hingeben wollte, uebernahm sein mutmasslicher Azubi das Steuer. Um einen guten Blick auf den Bildschirm zu bekommen, wollte sich der Fahrer in die erste Reihe setzen. Leider wurde sein Platz aber schon durch die bereits erwaehnte Plastiktuete besetzt, sodass der Fahrer, ohne gross zu ueberlegen, den Beutel nahm, ihn kurz hochhielt um ihn dann mit einem schwungschwollen Wurf vorbei an der Nase des Azubis durch das Schiebefenster auf die Strasse zu befoerdern. Wir konnten nicht anders und mussten bei diesem Anblick herzhaft lachen, so auch der Fahrer. Verwunderlich ist nur, dass der Fahrer, der mit seinem Fahrstil selbst Chinesen zum kotzen bringt, diesen Beutel nicht als Trophaee behalten hat… Aber eine gewisse Zufriedenheit war ihm beim herniederlassen in seinen Sessel nicht abzusprechen.

Da sich der Zustand der Strassen zunehmend verbesserte, liess es der Azubi auch merklich ruhiger angehen. Trotzdem war die Fahrt nicht weniger spannend, denn uns boten sich weitere Unfaelle, Yaks auf der Strasse, tiefe Abgruende und spektakulaere Ausblicke. Diese Fahrt hat uns einige Dinge klar werden lassen:

  1. Ueberholen geht immer, mit Gegenverkehr noch besser
  2. Der Bus ist immer der Schnellste
  3. Kein Schlagloch Bombenkrater ist zu tief fuer einen Golden Dragon
  4. Kotze gehoert auf die Strasse und nicht in den Bus!
  5. Auch auf einem Pick-Up ist fuer drei gefaltete Kuehe Platz

Gluecklich ob der Tatsache, heil in Shangri-La angekommen zu sein, aber auch eine solch spektakulaere Busfahrt miterlebt zu haben, stiegen wir in Shangri-La aus dem Bus. Auf 3500m ist die Luft doch schon ziemlich duenn, aber auch nicht duenner als im etwa gleich hoch gelegenen Lhasa. Dank der freundlichen Hilfe einer Australierin haben wir unser Hostel auf Anhieb gefunden, haben eingecheckt und sind direkt zum Abendessen gestartet.

Per Nachtzug in den Vorhof der Hoelle!

Am Bahnhof angekommen, staunten wir erstmal ueber die Ausmasse des Bahnhofs. Berlin Hbf ist ein Witz dagegen. Zunaechst mussten wir eine Sicherheitskontrolle ueber uns ergehen lassen (wie am Flughafen oder auch in der U-Bahn in Beijing). Anschliessend ging es direkt zu unserem Warteraum, in dem wir die Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges verbracht haben. In China wartet man nicht direkt am Gleis auf seinen Zug, sondern in einer grossen Halle mit vielen Verkaufsstaenden und Kiosken und noch viel mehr Menschen. Puenktlich eine halbe Stunde vor Abfahrt, stand der Zug zum Einsteigen bereit. Der entsprechende Wagen und unsere Betten waren schnell gefunden. Das Gepaeck stopften wir unter die Betten und kurz darauf fuhr Zug Z53 puenktlich ab.

Unser Abteil hatte vier Betten. Wir mussten es uns mit einer weiteren Chinesin teilen. Die Tuer zum Gang konnte verschlossen werden, sodass wir guten Gewissens schlafen konnten. Zuvor machten wir uns allerdings noch auf den Weg zum Restaurant-Wagen. Hier bestellten wir zwei Bier und tranken diese aus. Weitere zwei wurden bestellt, doch das Zugpersonal verstand uns nicht und wollte das Bier nicht bringen, obwohl es schon bezahlt war. Es dauerte und dauerte bis die entsprechende Person ihren Fehler verstand. Natuerlich konnte sie kein Englisch und so musste erst ein Kollege von ihr, der uns einigermassen verstehen konnte, anruecken. So kamen wir letztlich zu unserem verdienten Bier. Mittlerweile waren wir auch die einzigen Passagiere im Restaurantwagen. Lediglich das komplette Zugpersonal war ausser uns anwesend. Allerdings schenkten sie uns keinerlei Beachtung.

Da Chinesen frueh schlafen gehen, blieb es bei zwei Bieren. Wir wollten nicht vor einer verschlossenen Tuer stehen und deshalb ging es zurueck zu unserem Abteil, in welchem schon eine schnarchende Chinesin auf uns wartete … Jackpot! … So musste also der mp3-Player herhalten. Irgendwann ist man auch wirklich eingeschlafen und wurde nur wach, wenn der Zug anhielt oder die Kopfhoerer aus den Ohren rutschten und man das Geschnarche der Chinesin ertragen musste. Aber auch das haben wir ueberstanden uns so kamen wir morgens mit einer kleinen Verspaetung um 8.30 in Xi’an an.

Aus dem Bahnhof draussen blickten wir direkt auf eine riesige Menschenmenge, die vor dem Bahnhof auf dem Boden sass. Schwer beladen mit Sack und Pack, Kind und Kegel, warteten diese Menschen auf ihren Zug. Den Bus erreichten wir schnell und die Fahrt liess schon nichts gutes erahnen. Doch was alles in Xi’an schief gelaufen ist und warum wir so froh sind, wenn es morgen in die naechste Stadt geht, wird in einem weiteren Artikel geschrieben stehen.

Rikschafahrt des Todes

Es sollte ein ruhiger Abend mit zwei, drei Bier werden… Spontan sind wir mit einem im Hostel kennengelernten Berliner losgezogen, um das Barleben Beijings auszuprobieren. Also schnell ins Taxi, das gewuenschte Ziel dem Taxifahrer, auf einem Zettel vorgeschrieben, gezeigt und ab zu den Bars. Das Viertel mit den Bars lag idyllisch um einen kleinen See. Die hell und bunt erleuchteten Bars spiegelten sich malerisch im stillen Wasser. Es schien, als koennte der Abend sehr entspannt und ruhig werden. Doch dann schallte es schon das erste mal mit fragendem Unterton: Ladies-Bar? Voellig perplex verneinten wir hoeflich und gingen weiter. Da es gar nicht so einfach war, eine ruhige Bar zu finden, mussten wir ein Stueck um den See laufen. Denn in China scheint es zum im wahrsten Sinne des Wortes guten Ton zu gehoeren, laut schallende Musik in die Nacht zu plaerren um Gaeste anzulocken. Ein ruhiger Abend wuerde das wohl nicht werden. Und es kam noch schlimmer! Nachdem wir schaetzungsweise 20 Makrtschreier vom Typ Ladies-Bar hinter uns gelassen hatten und die erste uns genehmen Bar verliessen, lockte ein freundlicher Chinese mit der Aussicht auf eine Bier-Bar. Nichtsahnend folgten wir leichtglaeubig und standen nach 10 Minuten Fussmarsch vor dem Shining Town Club. Laute Baesse wummerten im Ohr und nach dem ersten Schritt auf der Treppe nach unten in den Club wurde uns klar, dass die vermeintliche Bier-Bar auch nur eine Ladies-Bar war. Auf dem Rueckzug aus dem Club versuchte uns der „Fuehrer“ noch mit dem Angebot zu locken, dass wir fuer das Gucken nicht bezahlen muessten und ein Bier ja auch nur 20 Yuan kosten wuerde. Wir setzten unsere Suche erfolgreich fort und kehrten noch in einer weiteren, wirklichen Bar, ein. Auf dem Rueckweg in Richtung Taxi versorgten wir uns dann noch mit zwei Wegbieren an einem Kiosk.

Am Taxistand angekommen, konnten wir schnell ein leeres Taxi ausmachen. Als der Fahrer fuer die Fahrt allerdings 50 Yuan kassieren wollte, mischte sich ein Rikschafahrer in das Gespraech ein und preiste uns die Fahrt zurueck fuer 10 Yuan an. Nach langem Hin und Her, man bedenke, dass eine Rikscha nur fuer 2 Leute ausgelegt ist, wir aber zu dritt waren, entschieden wir uns dann doch fuer die Fahrt. Eine gewagte Entscheidung, wie sich schnell herausstellte. Die Fahrt begann schon damit, dass der Fahrer ohne Licht losgefahren ist und auch keine Anstalten machte, dieses jemals anzuschalten. Um fuer mehr Sicherheit zu sorgen und das ganze nicht im Fiasko enden zu lassen, entschloss sich Simon, eine pinkfarbene blinkende Schleife aufzusetzen. Nur diesem beherzten Handeln haben wir es wohl zu verdanken, dass wir jetzt diesen Beitrag schreiben koennen. Weiter ging also die Fahrt, rasant und gefaehrlich sowie ueber rote Ampeln. Doch wir haben es ueberlebt! Danke Simon!
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