Was ist New York…

Antwort: Ein schlechter Witz im Vergleich mit Hongkong. Das wurde uns schon am ersten Abend bewusst, als wir den beeindruckenden Anblick der Skyline von Hongkong-Island geniessen durften. Noch beeindruckender wurde es, als wir uns auf Augenhoehe mit den Wolkenkratzern befanden. Dafuer fuhren wir mit der Standseilbahn auf den Victoria-Peak von dem man einen wunderbaren Blick auf die Hochhausschluchten Hongkongs sowie den Hafen werfen kann.
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Von dort aus ging es rasant mit dem Bus ueber kurvige Strassen, wie man sie sonst nur in den Alpen finden kann, hinab um mit der Star Ferry nach Kowloon ueberzusetzen. Es stand wieder ein Abendessen mit Zulei auf dem Programm. Dieses mal gab es fuer Hongkong typische Speisen. Sie mundeten uns vorzueglich und boten sogar noch etwas fuer das Auge. Um den Abend noch gebuehrend ausklingen zu lassen, haben wir uns auf den Weg nach Wan Chai gemacht. Dort haben wir uns den „Rotlicht“-Bezirk angesehen, welcher aber im Vergleich zu Amsterdam und Hamburg eher harmlos ist. Also haben wir uns in eine Bar begeben um ein Corona „Bier“ fuer 25$ zu trinken. Leider gab es nur besoffene Englaender und eine sehr laute Live-Band, sodass wir unsere „Biere“ schnell tranken und den Heimweg antraten.
Am naechsten Tag sind wir dann zum Giant-Buddha gefahren. Auf dem Hinweg fuhren wir mit der Seilbahn, von der man einen wunderbaren Blick auf den Hongkong-Airport und die gruenen Huegel von Lantau hat. Offenbar hatten nicht nur wir die Idee, sodass wir ueber eine Stunde anstehen mussten, ehe wir mit der Seilbahn fahren konnten. An der Endstation angekommen, begaben wir uns direkt auf den Weg zum Buddha, erklomen die Stufen und machten uns ueber Franzosen lustig, die wie immer mit ihrer ganz besonderen Art auffielen. Den Rueckweg bestritten wir per Bus, der auch ohne Gnade ueber enge kurvige Strassen heizte, und per Faehre, von der man einen ebenfalls sehr guten Blick auf die Skyline von Hongkong hat. Den Abend haben wir mit 12 Dosen Pils gemuetlich ausklingen lassen.
Fuer den heutigen Tag war eigentlich ein Besuch des Shek O-Beach geplant, doch der Typhoon Nesat machte uns einen Strich durch die Rechnung. Die Menschen laufen mit angstverzerrten Gesichtern durch die leergefegten Strassen und der oeffentliche Nahverkehr wurde bereits eingestellt. So sehen wir uns gezwungen, festgesetzt im Hostel, erneut gemuetlich einen Abend mit Bier zu verbringen.

Letzter Tag in Lijiang und Flug nach Hongkong

Am letzten Tag hiess es als erstes, versuchen an Hongkong-Dollar zu kommen. Also sind wir zur naechsten Bank of China gegangen, in der Hoffnung, dass das Tauschen der Traveller-Cheques dieses mal komplikationslos funktionieren wuerde. Doch wie immer ist es anders gekommen. Fuer Auslaender ist es nicht moeglich, Hongkong-Dollar in Lijiang zu bekommen. Also haben wir einen Teil der restlichen Traveller-Cheques in Yuan getauscht um so am Flughafen in Hongkong an Geld zu kommen. Nachdem dies auch erledigt war, machten wir es uns den Tag ueber im Hostel bequem. Schliesslich sollte es am naechsten Tag frueh los gehen. Denn China Eastern hatte uns auf einen frueheren Flug umgebucht, statt 11.00 Uhr nun um 8.40 Uhr. Nach kurzer Ruecksprache mit dem Hostel-Meister, bestellte ein Taxi fuer uns fuer 5.30 Uhr um genuegend Zeit fuer Rueckfragen am Flughafen zu haben. Um den letzten Abend im besten Hostel gebeuhrend abzuschliessen, luden wir die junge Teilzeit(geschaetzte 80 Stunden die Woche + Schule)-koechin und den Hostelbesitzer auf ein Getraenk ein. Nach langem Verhandeln gingen sie auf unser Angebot ein, es blieb allerdings bei nicht-alkoholischen Getraenken fuer die Chinesen und Bier fuer die Deutschen. Von dieser Geste sichtlich geruehrt und auf die Frage hin, wo man in Lijiang Propagandaposter von Mao kaufen konnte, entschloss sich der Besitzer dazu, uns ein paar Poster unserer Wahl zu schenken!
Da unsere Hemmschwelle durch die zahlreichen Biere und auf Grund der Hoehe von 2500m merklich gesunken war, beschlossen wir, die Nacht durchzumachen um das Taxi nicht zu verpassen. So wurde einmal mehr der Remote-Desktop der Universitaet fuer Stunden missbraucht um ein nahezu westliches Internet-Feeling geniessen zu koennen.
Puenktlich um 5.30 stand der Hostelmanager auf um uns die Tuer zu oeffnen und uns in das Taxi zu setzen. Es folgte eine Fahrt durch die chinesische Nacht auf Strassen bzw. Pisten, ohne Markierung und Seitenbegrenzung, dafuer aber viel Staub, Schlagloecher und unbeleuchteter Verkehrsteilnehmer. Am Provinzflughafen angekommen, machten wir uns direkt auf den Weg zum Schalter von China Eastern. Dort sass uns ein freundlich laechelnder Chinese ohne grosse Englischkenntnisse gegenueber, der auch unser Problem nicht ganz begriffen zu haben schien. Also dachte er sich wohl, ob der Tatsache, dass wir schon so frueh am Flughafen waren, kann er uns auch in das  bereits boardende Flugzeug zu setzen. Um den Kick noch zu erhoehen, hielt er uns bis 3 Minuten vor Abflug an seinem Schalter fest. Auf Fragen unsererseits, weshalb wir warten muessen, lachte er freundlich und unterhielt sich weiterhin mit seinen Kolleginnen. Einigermassen gestresst, durchschritten wir die Sicherheitskontrolle und machten uns auf den Weg zum Gate, um quasi in letzter Minute auf den Flug aufzuspringen. Wir sassen noch nicht ganz auf unserem Sitz, da schliefen bereits ein und wachten erst auf, als das Flugzeug mit einem heftigen Aufprall den Boden von Kunming erreichte. Nach 6 Stunden warten und einem weiteren Flug von knapp 2 Stunden, erreichten wir Hongkong bei 30 Grad und Sonnenschein. Dort haben wir noch schnell unsere Yuan in Hongkong-Dollar getauscht und uns auf eine Busfahrt in die Innenstadt begeben. Das Hostel war schnell gefunden und so konnten wir uns auf die Suche nach Simons Bekannten aus Australien machen. Nach einigem Hin und Her haben wir die 1,50 grosse Zulei in dem Gewusel von 7 Millionen Menschen doch noch gefunden. Wie es sich fuer Asiaten gehoert, machten wir uns direkt auf den Weg zum Essen. Sie bestellte fuer uns verschiedene Gerichte, die allesamt wunderbar waren. Ausserdem zahlte sie, was unseren Stolz doch ein wenig zugesetzt hat, sodass wir uns wehement dafuer einsetzten, das naechste mal bezahlen zu duerfen. Sie schlug ein und somit werden wir uns in wenigen Minuten mit ihr treffen.

(x) Libellenessen

Kurz bevor es nach Hause gehen soll, war es dringend notwendig, eine Abartigkeit zu essen, um euch Daheimgebliebenen lange etwas vorschwaermen zu koennen. So ging es fuer uns in das 88 Naxi Snack-Restaurant. Schnell waren die Libellen auf der Karte gefunden und bestellt. Nach weniger als 5 Minuten wurde uns dann auch direkt ein Teller voll mit fritierten mehr oder weniger gluecklich aussehenden Libellen serviert. Simon erbarmte sich, als erstes den Genuss zu wagen. Nachdem der erste Happen geschluckt wurde, musste sich Micha auch der Herausforderung stellen. Ohne mit der Wimper zu zucken verschlang er genuesslich das Insekt. Schnell auf den Geschmack gekommen, verschlagen wir beide innerhalb von 10 Minuten rund 25 Libellen und mussten uns erheblich bremsen, nicht noch einen Nachslag zu ordern. Die Daheimgebliebenen duerfen sich schon mal seelisch und moralisch darauf vorbereiten, dass das erste Essen in Deutschland definitiv Libellen beinhalten wird.

Alles richtig gemacht!

Nachdem wir wieder einmal die Leistungsfaehigkeit der chinesischen Standardtoilette zu stark strapaziert hatten, packten wir unsere Sachen, checkten aus dem Hostel aus und machten uns auf den Weg zum Busbanhof. Auch hier war der richtige Ausstieg nicht klar, sodass wir uns lediglich auf unser stark ausgepraegten Orientierungssinn verlassen mussten. Dank unserer aeusserst stark ausgepraegten Maennlichkeit stellte dies jedoch kein Problem dar. Am Busbahnhof wollten wir uns direkt auf die Suche nach dem Ticket-Office machen, wurden jedoch jaeh unterbrochen, als ein laut „Lijiang“ bruellender Busfahrer auf uns zugestuermt kam und uns zum Folgen noetigte. Micha erkannte ihn direkt, es war der Kotzebeutel schleudernde Busfahrer von der Hinfahrt. Sichtlich erfreut lotste er uns direkt zum Einstieg des Busses. Wir bezahlten schnell bei der Dame, die die Tickets kontrolliert und machten es uns in unseren breiten Ledersesseln bequem. Dass die Fahrt sicher und angenehm verlaufen wuerde, war uns schnell bewusst und wir vertrauten dem fahrerischen Koennen des altbekannten Duos. Kaum sassen wir im Bus, heulte der Motor auf und die Fahrt begann. Mit ordentlich Rueckenwind, viel bergab und weniger Verkehr kamen wir in rekordverdaechtiger Zeit in Lijiang wieder an. Mit dem Taxi ging es zurueck ins Panbas. Ganz klar, wir haben alles richtig gemacht!

200 Stufen bis zum Bauzaun!

Am naechsten Tag sollte es zum Kloster Ganden Sumtseling gehen, dem wichtigsten in ganz Suedwest China! Im Hostel wurde uns empfohlen statt zu laufen, den Bus zu nehmen. Also setzten wir uns mutig in einen Bus ohne zu wissen wohin dieser eigentlich fahren sollte und wo wir auszusteigen hatten. Wir wussten lediglich, dass die Fahrt etwa 20 Minuten dauern sollte. Auf einem grossen Parkplatz angekommen, wurden wir aus dem Bus geworfen. Wir blickten uns um und waren uns ziemlich sicher, am falschen Ort gelandet zu sein. Wir sahen uns erneut um und gingen durch die einzige offene Tuer, die sich in einem nahe gelegenen Gebaeude befand. Wir erblickten eine grosse Empfangshalle und keine vier Sekunden im Gebaeudeinneren, wurden wir von einem Chinsen begruesst und zum Ticketschalter gelotst. Auf die Frage, wofuer wir eigentlich bezahlen sollten, zeigte er uns Bilder von dem Kloster, welches wir besichtigen wollten. Es befand sich zwei Kilometer entfernt. Also kauften wir reduzierte Tickets mit unseren Studentenausweisen bzw. einer log-in-Bescheinigung des ZDVs.
Der Shuttlebus fuhr uns geschwind zum Eingang des Klosters. Wir erblickten eine grosse Klosteranlage mit einem kleinen Dorf, welches sich unterhalb befand. Die Stufen zum Kloster empor forderten uns alles ab. Auf 3500 Metern brennt jede Stufe in der trockenen Lunge und in den geschundenen Beinen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, war die Tatsache, dass die Klosteranlage derzeit renoviert wird und weite Teile mit Bauzaun abgeschirmt sind oder ein Kran das perfekte Bild vermasselt! Wir liessen uns den Spass aber nicht verderben und sahen uns in Ruhe um. Die zerfallene Altstadt erblickten und durchschritten wir auf dem Rueckweg, bevor wir um einen nahegelegenen Tuempel liefen um die gesamte Szenarie erblicken zu koennen. Der Bus wurde von uns am Strassenrand angehalten und so kamen wir nach etwa drei Stunden wieder in unserem Hostel an, muede aber zufrieden!
Nach einer kurzen Verschnaufpause wollten wir ein Internetcafe aufsuchen, welches wir aus dem Bus heraus gesehen haben. Aber beim Anblick unserer Paesse lachten die Chinesen und winkten ab. Wir nahmen unsere Paesse schimpfend entgegen, warfen den Chinesen noch einige boese Woerter an die hohlen Koepfe und machten uns auf den Weg zum Abendessen. Immer dieser Rassismus! Womit haben wir Deutsche das nur verdient? Wir wissen es nicht …
Das Abendessen verlief unspektakulaer und so auch der weitere Abend. Wir gingen frueh zu Bett um fit fuer den naechsten Tag und die anstehende Rueckfahrt nach Lijiang zu sein.

Busfahrt an die „Dachrinne der Welt“

Wenn Tibet das Dach der Welt ist, dann ist Shangri-La die Dachrinne! Aber alles nach einander…

Um an die Dachrinne der Welt zu kommen, muss man sich auf eine wahrlich abenteuerliche Busfahrt begeben. Da das Ticket ueber das Hostel gebucht werden konnte und die Expressbus-Station mit dem Taxi nur wenige Minuten entfernt ist, konnte die erste Huerde ohne Probleme genommen werden. Auch das Finden des richtigen Busses gestaltete sich denkbar einfach. Spanned wurde es erst, nachdem wir mit dem Bus Lijiang verlassen hatten und der Expressbus-Fahrer den Motor auf optimale Betriebstemperatur gebracht hatte. Ueber eine nordschleifenaehnliche zweispurige Strasse schossen wir die Berge empor, ueberholten an den uneinsichtigsten Stellen (offenbar war der Fahrer ein Adrenalinjunkie), schossen an der ersten Unfallstelle vorbei (Ein LKW mit schweren Felsbrocken beladen war von der Strasse in den Graben gerutscht) und testeten erstmals die Gelaendegaengigkeit des Busses. Das diese Fahrt offensichtlich auch fuer Chinesen kein Zuckerschlecken war und eine Frau bereits begann, eine Plastiktuete mit ihrem Mageninhalt zu fuellen, beunruhigte uns nicht im geringsten, wir genossen die Fahrt und den Ausblick ueber die Landschaft in vollen Zuegen Bussen.

Nach dem ersten und einzigen Boxenstop stieg die Kotz-Chinesin aus und hinterliess ihren liebevoll zugeknoteten Plastikbeutel an ihrem Platz. Da sich der Busfahrer nun statt der Strasse lieber schlechten chinesischen Seifenopern hingeben wollte, uebernahm sein mutmasslicher Azubi das Steuer. Um einen guten Blick auf den Bildschirm zu bekommen, wollte sich der Fahrer in die erste Reihe setzen. Leider wurde sein Platz aber schon durch die bereits erwaehnte Plastiktuete besetzt, sodass der Fahrer, ohne gross zu ueberlegen, den Beutel nahm, ihn kurz hochhielt um ihn dann mit einem schwungschwollen Wurf vorbei an der Nase des Azubis durch das Schiebefenster auf die Strasse zu befoerdern. Wir konnten nicht anders und mussten bei diesem Anblick herzhaft lachen, so auch der Fahrer. Verwunderlich ist nur, dass der Fahrer, der mit seinem Fahrstil selbst Chinesen zum kotzen bringt, diesen Beutel nicht als Trophaee behalten hat… Aber eine gewisse Zufriedenheit war ihm beim herniederlassen in seinen Sessel nicht abzusprechen.

Da sich der Zustand der Strassen zunehmend verbesserte, liess es der Azubi auch merklich ruhiger angehen. Trotzdem war die Fahrt nicht weniger spannend, denn uns boten sich weitere Unfaelle, Yaks auf der Strasse, tiefe Abgruende und spektakulaere Ausblicke. Diese Fahrt hat uns einige Dinge klar werden lassen:

  1. Ueberholen geht immer, mit Gegenverkehr noch besser
  2. Der Bus ist immer der Schnellste
  3. Kein Schlagloch Bombenkrater ist zu tief fuer einen Golden Dragon
  4. Kotze gehoert auf die Strasse und nicht in den Bus!
  5. Auch auf einem Pick-Up ist fuer drei gefaltete Kuehe Platz

Gluecklich ob der Tatsache, heil in Shangri-La angekommen zu sein, aber auch eine solch spektakulaere Busfahrt miterlebt zu haben, stiegen wir in Shangri-La aus dem Bus. Auf 3500m ist die Luft doch schon ziemlich duenn, aber auch nicht duenner als im etwa gleich hoch gelegenen Lhasa. Dank der freundlichen Hilfe einer Australierin haben wir unser Hostel auf Anhieb gefunden, haben eingecheckt und sind direkt zum Abendessen gestartet.

Lijiang – Teil 1

Nachdem wir am ersten Tag schon frueh ins Bett gegangen sind, wollten wir uns am naechsten Tag mit Jiao um 10 Uhr treffen. Da sie dann doch leider erst spaeter Zeit hatte, machten wir uns kurzerhand auf eigene Faust auf den Weg in die Stadt. Unser Ziel sollte KFC sein, da wir ohne Hilfe von Jiao im rein chinesischen Lijiang schlecht Essen bestellen konnten. Leider hat uns die Info von Jiao, dass der KFC am Eingang zur Altstadt sein soll, komplett in die falsche Richtung gefuehrt (auf der Karte war nur das Suedtor eingezeichnet und ausserdem hat ein Viertel auch mehrere Eingaenge). Also sind wir gut 1 1/2 Stunden wahllos durch die Stadt gelaufen, ohne auch nur in die Naehe eines KFCs zu kommen. Gluecklicherweise sprach ein junger Kiosk-Besitzer ein paar Brocken Englisch, sodass er uns die Richtung zum KFC auf unserer Karte zeigen konnte. Als wir schliesslich um kurz vor 12 beim KFC ankamen, trafen wir uns auch dort direkt mit Jiao. Nach einem kurzen Snack, den wir uns auch wahrlich verdient hatten, machten wir uns auf den Weg in ein Reisebuero, um Plaene fuer die kommenden Tage zu planen. Da die Region um Lijiang und insbesondere die Tigersprungschlucht koerperlich aeusserst anspruchsvoll ist und wir gesundheitlich angeschlagen waren, entschlossen wir uns leicht resignierend, zu zwei ruhigen Tagen in Lijiang. Da Jiao aus familiaeren Gruenden fruehzeitig wieder nach Dali musste, entschlossen wir uns, unser Hotel zu verlassen und in ein Hostel umzuziehen. Damit konnten wir wenigstens die Kommunikationssituation verbessern. Gluecklicherweise hat sich damit auch unsere sanitaere Situation verbessert, denn ein reinlicheres Hostel haben wir bisher noch nicht gesehen. Ausserdem konnte das Hostel mit vielen Tipps und netten Unterhaltungen aufwarten und hat damit unsere Herzen im Sturm erobert. Wer jemals in Lijiang sein sollte, muss unbedingt im Panbas absteigen. Hier wartet das beste und kompetenteste Personal und der verrueckteste Hund von ganz China auf den Besuch.
Unsere Tage verbrachten wir mit einigen Streifzuegen durch die Altstadt und einem Abendessen mit dem kompletten Personal des Hostels. Dabei haben wir auch von einem Australier einige kulinarische Tipps bekommen. Fuer den letzten Tag in Lijiang steht definitiv fritierte Libelle auf dem Speiseplan.
Nach unserem Abstecher nach Shangri-La freuen wir uns auf jeden Fall auf die Rueckkehr ins Panbas, unser zweites Zuhause.

Dali – Tag 3 – Seilbahn und Fahrt nach Lijiang

Am dritten Tag in Dali blieb nicht viel Zeit um auszuschlafen. Stattdessen trafen wir uns um 8.00 mit Jiao im Reisebuero ihrer Mutter. Anschliessend ging es zum Fruehstueck, wo wir ein letztes mal die Dali-Nudelsuppe assen. Kurz darauf, nachdem das Ergebnis des FCK in Erfahrung gebracht wurde (fuer alle Mainzer … es endete 3-1), fuhren wir mit einem Minibus zu Talstation der Seilbahn. Nach einigen Stufen und 15 Minuten Wartezeit, bestiegen wir die Seilbahn um auf 2500 Meter auszusteigen und uns Gebirgsfluesse und lagunenartige Seen anzuschauen. Es waere auch moeglich gewesen zu einem zweiten Lift zu wandern, allerdings erschien uns die Entfernung von 14km und der Zustand der Wanderwege als zu unguenstig, weshalb wir uns fuer die Fahrt nach unten entschieden.
Zurueck in Dali, ging es zum Mittagessen. Die am Tag zuvor von Komoranen gefangenen Fische warteten auf uns. Ausserdem gab es noch eine Huehnersuppe, welche aber nach einem Blick in den Topf fuer uns ausschied. Der Anblick von Huehnerfuessen (O-Ton Micha: Damit laufen die ihr ganzes Leben in Scheisse rum) und anderen „Leckereien“ liess uns schnell wieder den Deckel auf den Topf setzen! Das Mittagessen betand deshalb aus Reis und ein wenig Gemuese. 
Nach weiteren zwei Stunden, in denen wir nicht mehr viel gemacht haben, ging es per Taxi an den Bahnhof. Nach langer Wartezeit, davon die laengste Zeit im Stehen vor der Eingangstuer des Gleises, begann der Spurt zum Zug. Die Chinesen rannten, als ginge es um ihr Leben! Das Problem war, dass die Sitzplaetze in diesem Zug nicht nummeriert sind. Der Zug traf aus Kunming ein und die Passagiere, die von Dali nach Lijiang fahren wollten, mussten sich um die restlichen Plaetze streiten. Wir konnten allerdings im letzten Waggon schnell ein leeres Abteil auffinden und besetzen. Wir gaben es bis Lijiang nicht mehr aus der Hand! Allerdings waren es auch nur eine Stunde und 40 Minuten bis wir am brandneuen Bahnhof von Lijiang eintrafen. Riesige Massen an Menschen, wir schaetzen sie auf ueber 1000 Menschen, ergossen sich auf den riesigen Bahnhofsvorplatz in Lijiang. Man haette insgesamt fast zehn Minuten vor dem Bahnhof warten koennen und es waeren noch immer Menschen aus dem Bahnhof gekommen und wohlgemerkt ist nur unser Zug aus Dali eingetroffen.
Kaum auf dem Bahnhofsvorplatz angekommen, trafen wir die Tante von Jiao. Diese wartete mit uns noch kurze Zeit auf den Minibus, der uns zu unserem Hotel in der Altstadt bringen sollte. Als dieser eintraf verabschiedeten wir uns von ihr und Jiao und fuhren zusammen mit zwei Chinesen zu unserem Hotel. Es lag oberhalb der Altstadt und bot einen super Blick ueber die Altstadt von Lijiang. Leider sprach im Hotel, welches in einem Haus der Naxi-Minderheit untergerbracht ist, niemand auch nur ein Wort Englisch, weshalb die Kommunikation unmoeglich wurde. Nach langem hin und her war allerdings alles in Ordnung und wir konnten uns auf eine erste Erkundungstour in die naehere Umgebung begeben. Schnell war ein kleiner Supermarkt gefunden, in dem wir das Noetigste fuer den kommenden Abend bekamen. Also zurueck ins Hotel und zum ersten mal seit knapp drei Wochen Fernsehen geschaut. Von den fast 100 Kanaelen schieden allerdings die meisten fuer uns aus, da wir kein Wort verstanden. So blieb es bei einer chinesischen Game-Show (aehnlich Takeshis Castle), dem Sportsender mit Basket- und Volleyball und der englischen Version des staatlichen Fernsehens. Ueber etwaige Unannehmlichkeiten liess uns der Preis pro Nacht und Person (ca 5 Euro) leicht hinwegsehen. Darunter fielen dann auch die offene Dusche, die sich direkt neben dem Klo ohne Duschvorhang, dafuer aber mit schimmelndem Holzgitter auf dem Boden, befand.

Dali – Tag 2 – Powersightseeing

Ohne Jiao, dafuer aber mit grossen Erwartungen, begaben wir uns am fruehen morgen in die deutsche Kolonie, auch Backery 88 oder deutsche Baeckerei genannt. Auf dem Speiseplan standen Kaesebrot und selbstgekochte Marmelade. Frisch gestaerkt machten wir uns danach auf den Weg in das Dali Travel Center, wo uns bereits Mutter und Vater Li erwarteten. Mit dem Auto, natuerlich stilecht im 1998er VW Passat, ging es dann in ein typisches Haus der Bai-Minderheit. Dort konnten wir an einer Teeprobe teilnehmen, die typische Bauweise betrachten und eine kuenstlerisch kulturelle Darbietung in ZDF-Fernsehgarten-Manier (bestes Vollplayback) bestaunen. Da das (Liebes-)Leben als Bai-Frau auf Dauer moeglicherweise recht eintoenig werden koennte, wurde Micha auch direkt mal ein Liebesbeweis in Form eines zugeworfenen Stoffschmetterlings bekundet! Doch fuer drei Dates zum Kennenlernen war keine Zeit, da es im Anschluss direkt weiter zum Mittagessen gehen sollte. In einem kleinen, der Urbanisierung zum Opfer gefallenen Dorf, wurde uns ein pizzaaehnliches Gebaeck aufgetischt. Laut Jiao eine Yunnan-Pizza. Verspeist wurde im Auto, mit dem wir uns bereits auf dem weg zum Er’hai-See befanden. Dort bestiegen wir eine blecherne Nussschale und fuhren auf den See hinauf. Da das traditionell westliche Rollenverstaendnis in China keine Bedeutung hat, wurden wir von einer Frau auf den See gerudert. Dort erwartete uns schon ein Fischer mit seiner Frau (die uebrigens auch gerudert hat) um uns das Fischen mittels Komoranen vorzufuehren. Dazu wurden die Voegel wenig liebevoll, eher rabiat, zu Wasser befoerdert und mittels Rufen zum Jagen animiert. Es dauerte auch nicht lange, da stuerzten sich die Voegel auf den ersten 25 cm Fisch und hackten ihm in 3 Sekunden zu Tode. Der Fischer brauchte dann nur noch den Fisch samt Vogel mit dem Kescher aus dem Wasser heben. Mit einem kleinen Wuergegriff am Hals des Vogels wurde dieser vom Fisch getrennt und anschliessend nur mit einem kleinen Stueck Fisch belohnt. Das ganze Schauspiel ereignete sich noch ein weiteres Mal, bevor wir unter tatkraeftiger Mithilfe europaeischer Oberarme zurueck an Land ruderten. Jiao hielt waehrend der ganzen Rueckfahrt den Bremsfallschirm (Sonnenschirm) in die Luft, um uns richtig zu fordern. Kaum an Land, wurden die vom Vater, direkt auf dem See gekauften fangfrischen Fische im Fussraum des Autos verstaut. Es ging zurueck in die Stadt, wo die Fische im Restaurant zur Zubereitung fuer das Mittagessen des naechsten Tages abgegeben wurden.
Keine fuenf Minuten spaeter hatten wir die Mutter eingeladen und sind mit der gesamten Familie Li in ein buddhistisches Kloster gefahren. Die Fahrt dorthin gestaltete sich allerdings sehr schwierig. Zuerst ist Jiao gefahren, doch sie konnte sich durch ihr unterdurchschnittliche Hupfrequenz nicht im Verkehr durchsetzen, sodass der Vater das Steuer wieder uebernahm. Leider stellte sich eine vermeintliche Abkuerzung als Panzerfahrspur heraus, die von tiefen Pfuetzen (Bodensee?) und schweren Schlagloechern (wir werden uns nie wieder ueber den Muensterplatz beschweren) sowie rauchenden Neunjaehrigen gezeichnet war. Doch der Vater manoevrierte den Passat souveraen ans Ziel, sodass wir mit ihm auch durchaus durch die sibirische Tundra, den hohen Himalaya, die immer heisse Sahara oder den tiefen Mariannengraben gefahren waeren.
Im Kloster wurden wir von einem recht kleinen Mann empfangen. Er war der Meister. Wir konnten uns im Kloster umschauen, den Kindern beim Training zusehen oder dem Meistern beim Pinseln beobachten. Dem Meister wurde von seinen Gefolgsleuten alles hinterher getragen, offenbar sogar mit Spass daran. Das Abendessen, zu dem wir eingeladen wurden, fiel eher karg, da vegan, aus. Ausserdem wurde man haeufig von Mitessern unterbrochen, die sich mit einem buddhistischen „Ami Tofu(?)“ verabschiedeten. Damit neigte sich der Tag auch langsam dem Ende zu. Erschoepft kamen wir wieder im Hotel an und begaben uns zeitnah ins Bett.

Dali – Tag 1 – Ankunft auf 2000 Metern

Puenktlich verliess der Zug den Bahnhof von Kunming! Schnell ging das Licht aus und es wurde kollektiv geschlafen. Wir erreichten Dali puenktlich und wurden von Roujiaos Cousin abgeholt. In seinem Auto ging es von Dali New Town nach Dali Old Town. Waehrend der Fahrt lief im Auto ein Comic ueber Dinosaurier, welcher Simons Blicke von der Stadt auf den Film lenkte. Muede kamen wir in der Altstadt an und wurden prompt von Jiaos Mutter empfangen. Es ging direkt in das, fuer uns gebuchte, Hotel und anschliessend zu einem, fuer Dali, typischen Fruehstueck. Es handelte sich hierbei um eine Nudelsuppe mit einer scharfen Hackfleischsosse. Alles zum Preis von 5 Yuan … hervorragend! Gestaerkt aber noch immer muede ging es zurueck ins Hotel um einen kurzen, stark vorgezogenen, Mittagsschlaf zu halten. Gerade eingeschlafen und noch im Land der Traeume haemmerte es an der Tuer! Jiao hatte wieder Hunger … also sind wir zusammen mit der Mutter zum Mittagessen gegangen und konnten direkt einen chinesischen Trauermarsch beobachten! Dieser wurde lautstark mit Kanonenschuessen angekuendigt, sodass das ganze Dorf zu den Tueren eilt um zu sehen, wen es dieses mal erwischt hatte! Das Essen hielt keine boesen Ueberraschungen bereit und deshalb wurde uns schonungslos um kurz nach 12 Schnapps serviert! Aus Anstand tranken wir jeweils zwei Kurze … Gluecklich machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden! Jiao zeigte uns alle Ecken, die man sehen musste, unter anderem auch eine deutsche Baeckerei, welche fuer den naechsten Tag als Lokalitaet fuer ein herzhaftes Fruehstueck auserkoren wurde. Ausserdem schenkte uns Jiao jeweils eine ‚Mao-Bibel‘, denn wir sollen die Lehren des grossen Fuehrers verinnerlichen und in die Welt tragen!
Fuer den Abend war ausserdem ein weiteres Familienessen geplant! Zu neunt machten wir es uns in einem Restaurant bequem und prompt wurde damit begonnen gross aufzutischen! Der Vater, der fuer alle bereits vorab bestellt hatte, traf unseren Geschmack. Besonders hervorzuheben sind die beiden Gerichte mit Schweinefleisch, sowie pfannkuchenaehnliche Fladen! Alles in allem ein gelungener Tag!