Nachdem wir wieder einmal die Leistungsfaehigkeit der chinesischen Standardtoilette zu stark strapaziert hatten, packten wir unsere Sachen, checkten aus dem Hostel aus und machten uns auf den Weg zum Busbanhof. Auch hier war der richtige Ausstieg nicht klar, sodass wir uns lediglich auf unser stark ausgepraegten Orientierungssinn verlassen mussten. Dank unserer aeusserst stark ausgepraegten Maennlichkeit stellte dies jedoch kein Problem dar. Am Busbahnhof wollten wir uns direkt auf die Suche nach dem Ticket-Office machen, wurden jedoch jaeh unterbrochen, als ein laut „Lijiang“ bruellender Busfahrer auf uns zugestuermt kam und uns zum Folgen noetigte. Micha erkannte ihn direkt, es war der Kotzebeutel schleudernde Busfahrer von der Hinfahrt. Sichtlich erfreut lotste er uns direkt zum Einstieg des Busses. Wir bezahlten schnell bei der Dame, die die Tickets kontrolliert und machten es uns in unseren breiten Ledersesseln bequem. Dass die Fahrt sicher und angenehm verlaufen wuerde, war uns schnell bewusst und wir vertrauten dem fahrerischen Koennen des altbekannten Duos. Kaum sassen wir im Bus, heulte der Motor auf und die Fahrt begann. Mit ordentlich Rueckenwind, viel bergab und weniger Verkehr kamen wir in rekordverdaechtiger Zeit in Lijiang wieder an. Mit dem Taxi ging es zurueck ins Panbas. Ganz klar, wir haben alles richtig gemacht!
Schlagwort: Spass
Busfahrt an die „Dachrinne der Welt“
Wenn Tibet das Dach der Welt ist, dann ist Shangri-La die Dachrinne! Aber alles nach einander…
Um an die Dachrinne der Welt zu kommen, muss man sich auf eine wahrlich abenteuerliche Busfahrt begeben. Da das Ticket ueber das Hostel gebucht werden konnte und die Expressbus-Station mit dem Taxi nur wenige Minuten entfernt ist, konnte die erste Huerde ohne Probleme genommen werden. Auch das Finden des richtigen Busses gestaltete sich denkbar einfach. Spanned wurde es erst, nachdem wir mit dem Bus Lijiang verlassen hatten und der Expressbus-Fahrer den Motor auf optimale Betriebstemperatur gebracht hatte. Ueber eine nordschleifenaehnliche zweispurige Strasse schossen wir die Berge empor, ueberholten an den uneinsichtigsten Stellen (offenbar war der Fahrer ein Adrenalinjunkie), schossen an der ersten Unfallstelle vorbei (Ein LKW mit schweren Felsbrocken beladen war von der Strasse in den Graben gerutscht) und testeten erstmals die Gelaendegaengigkeit des Busses. Das diese Fahrt offensichtlich auch fuer Chinesen kein Zuckerschlecken war und eine Frau bereits begann, eine Plastiktuete mit ihrem Mageninhalt zu fuellen, beunruhigte uns nicht im geringsten, wir genossen die Fahrt und den Ausblick ueber die Landschaft in vollen Zuegen Bussen.
Nach dem ersten und einzigen Boxenstop stieg die Kotz-Chinesin aus und hinterliess ihren liebevoll zugeknoteten Plastikbeutel an ihrem Platz. Da sich der Busfahrer nun statt der Strasse lieber schlechten chinesischen Seifenopern hingeben wollte, uebernahm sein mutmasslicher Azubi das Steuer. Um einen guten Blick auf den Bildschirm zu bekommen, wollte sich der Fahrer in die erste Reihe setzen. Leider wurde sein Platz aber schon durch die bereits erwaehnte Plastiktuete besetzt, sodass der Fahrer, ohne gross zu ueberlegen, den Beutel nahm, ihn kurz hochhielt um ihn dann mit einem schwungschwollen Wurf vorbei an der Nase des Azubis durch das Schiebefenster auf die Strasse zu befoerdern. Wir konnten nicht anders und mussten bei diesem Anblick herzhaft lachen, so auch der Fahrer. Verwunderlich ist nur, dass der Fahrer, der mit seinem Fahrstil selbst Chinesen zum kotzen bringt, diesen Beutel nicht als Trophaee behalten hat… Aber eine gewisse Zufriedenheit war ihm beim herniederlassen in seinen Sessel nicht abzusprechen.
Da sich der Zustand der Strassen zunehmend verbesserte, liess es der Azubi auch merklich ruhiger angehen. Trotzdem war die Fahrt nicht weniger spannend, denn uns boten sich weitere Unfaelle, Yaks auf der Strasse, tiefe Abgruende und spektakulaere Ausblicke. Diese Fahrt hat uns einige Dinge klar werden lassen:
- Ueberholen geht immer, mit Gegenverkehr noch besser
- Der Bus ist immer der Schnellste
- Kein
SchlaglochBombenkrater ist zu tief fuer einen Golden Dragon - Kotze gehoert auf die Strasse und nicht in den Bus!
- Auch auf einem Pick-Up ist fuer drei gefaltete Kuehe Platz
Gluecklich ob der Tatsache, heil in Shangri-La angekommen zu sein, aber auch eine solch spektakulaere Busfahrt miterlebt zu haben, stiegen wir in Shangri-La aus dem Bus. Auf 3500m ist die Luft doch schon ziemlich duenn, aber auch nicht duenner als im etwa gleich hoch gelegenen Lhasa. Dank der freundlichen Hilfe einer Australierin haben wir unser Hostel auf Anhieb gefunden, haben eingecheckt und sind direkt zum Abendessen gestartet.
Rikschafahrt des Todes
Es sollte ein ruhiger Abend mit zwei, drei Bier werden… Spontan sind wir mit einem im Hostel kennengelernten Berliner losgezogen, um das Barleben Beijings auszuprobieren. Also schnell ins Taxi, das gewuenschte Ziel dem Taxifahrer, auf einem Zettel vorgeschrieben, gezeigt und ab zu den Bars. Das Viertel mit den Bars lag idyllisch um einen kleinen See. Die hell und bunt erleuchteten Bars spiegelten sich malerisch im stillen Wasser. Es schien, als koennte der Abend sehr entspannt und ruhig werden. Doch dann schallte es schon das erste mal mit fragendem Unterton: Ladies-Bar? Voellig perplex verneinten wir hoeflich und gingen weiter. Da es gar nicht so einfach war, eine ruhige Bar zu finden, mussten wir ein Stueck um den See laufen. Denn in China scheint es zum im wahrsten Sinne des Wortes guten Ton zu gehoeren, laut schallende Musik in die Nacht zu plaerren um Gaeste anzulocken. Ein ruhiger Abend wuerde das wohl nicht werden. Und es kam noch schlimmer! Nachdem wir schaetzungsweise 20 Makrtschreier vom Typ Ladies-Bar hinter uns gelassen hatten und die erste uns genehmen Bar verliessen, lockte ein freundlicher Chinese mit der Aussicht auf eine Bier-Bar. Nichtsahnend folgten wir leichtglaeubig und standen nach 10 Minuten Fussmarsch vor dem Shining Town Club. Laute Baesse wummerten im Ohr und nach dem ersten Schritt auf der Treppe nach unten in den Club wurde uns klar, dass die vermeintliche Bier-Bar auch nur eine Ladies-Bar war. Auf dem Rueckzug aus dem Club versuchte uns der „Fuehrer“ noch mit dem Angebot zu locken, dass wir fuer das Gucken nicht bezahlen muessten und ein Bier ja auch nur 20 Yuan kosten wuerde. Wir setzten unsere Suche erfolgreich fort und kehrten noch in einer weiteren, wirklichen Bar, ein. Auf dem Rueckweg in Richtung Taxi versorgten wir uns dann noch mit zwei Wegbieren an einem Kiosk.
Am Taxistand angekommen, konnten wir schnell ein leeres Taxi ausmachen. Als der Fahrer fuer die Fahrt allerdings 50 Yuan kassieren wollte, mischte sich ein Rikschafahrer in das Gespraech ein und preiste uns die Fahrt zurueck fuer 10 Yuan an. Nach langem Hin und Her, man bedenke, dass eine Rikscha nur fuer 2 Leute ausgelegt ist, wir aber zu dritt waren, entschieden wir uns dann doch fuer die Fahrt. Eine gewagte Entscheidung, wie sich schnell herausstellte. Die Fahrt begann schon damit, dass der Fahrer ohne Licht losgefahren ist und auch keine Anstalten machte, dieses jemals anzuschalten. Um fuer mehr Sicherheit zu sorgen und das ganze nicht im Fiasko enden zu lassen, entschloss sich Simon, eine pinkfarbene blinkende Schleife aufzusetzen. Nur diesem beherzten Handeln haben wir es wohl zu verdanken, dass wir jetzt diesen Beitrag schreiben koennen. Weiter ging also die Fahrt, rasant und gefaehrlich sowie ueber rote Ampeln. Doch wir haben es ueberlebt! Danke Simon!
