Am dritten Tag in Dali blieb nicht viel Zeit um auszuschlafen. Stattdessen trafen wir uns um 8.00 mit Jiao im Reisebuero ihrer Mutter. Anschliessend ging es zum Fruehstueck, wo wir ein letztes mal die Dali-Nudelsuppe assen. Kurz darauf, nachdem das Ergebnis des FCK in Erfahrung gebracht wurde (fuer alle Mainzer … es endete 3-1), fuhren wir mit einem Minibus zu Talstation der Seilbahn. Nach einigen Stufen und 15 Minuten Wartezeit, bestiegen wir die Seilbahn um auf 2500 Meter auszusteigen und uns Gebirgsfluesse und lagunenartige Seen anzuschauen. Es waere auch moeglich gewesen zu einem zweiten Lift zu wandern, allerdings erschien uns die Entfernung von 14km und der Zustand der Wanderwege als zu unguenstig, weshalb wir uns fuer die Fahrt nach unten entschieden.
Zurueck in Dali, ging es zum Mittagessen. Die am Tag zuvor von Komoranen gefangenen Fische warteten auf uns. Ausserdem gab es noch eine Huehnersuppe, welche aber nach einem Blick in den Topf fuer uns ausschied. Der Anblick von Huehnerfuessen (O-Ton Micha: Damit laufen die ihr ganzes Leben in Scheisse rum) und anderen „Leckereien“ liess uns schnell wieder den Deckel auf den Topf setzen! Das Mittagessen betand deshalb aus Reis und ein wenig Gemuese.
Nach weiteren zwei Stunden, in denen wir nicht mehr viel gemacht haben, ging es per Taxi an den Bahnhof. Nach langer Wartezeit, davon die laengste Zeit im Stehen vor der Eingangstuer des Gleises, begann der Spurt zum Zug. Die Chinesen rannten, als ginge es um ihr Leben! Das Problem war, dass die Sitzplaetze in diesem Zug nicht nummeriert sind. Der Zug traf aus Kunming ein und die Passagiere, die von Dali nach Lijiang fahren wollten, mussten sich um die restlichen Plaetze streiten. Wir konnten allerdings im letzten Waggon schnell ein leeres Abteil auffinden und besetzen. Wir gaben es bis Lijiang nicht mehr aus der Hand! Allerdings waren es auch nur eine Stunde und 40 Minuten bis wir am brandneuen Bahnhof von Lijiang eintrafen. Riesige Massen an Menschen, wir schaetzen sie auf ueber 1000 Menschen, ergossen sich auf den riesigen Bahnhofsvorplatz in Lijiang. Man haette insgesamt fast zehn Minuten vor dem Bahnhof warten koennen und es waeren noch immer Menschen aus dem Bahnhof gekommen und wohlgemerkt ist nur unser Zug aus Dali eingetroffen.
Kaum auf dem Bahnhofsvorplatz angekommen, trafen wir die Tante von Jiao. Diese wartete mit uns noch kurze Zeit auf den Minibus, der uns zu unserem Hotel in der Altstadt bringen sollte. Als dieser eintraf verabschiedeten wir uns von ihr und Jiao und fuhren zusammen mit zwei Chinesen zu unserem Hotel. Es lag oberhalb der Altstadt und bot einen super Blick ueber die Altstadt von Lijiang. Leider sprach im Hotel, welches in einem Haus der Naxi-Minderheit untergerbracht ist, niemand auch nur ein Wort Englisch, weshalb die Kommunikation unmoeglich wurde. Nach langem hin und her war allerdings alles in Ordnung und wir konnten uns auf eine erste Erkundungstour in die naehere Umgebung begeben. Schnell war ein kleiner Supermarkt gefunden, in dem wir das Noetigste fuer den kommenden Abend bekamen. Also zurueck ins Hotel und zum ersten mal seit knapp drei Wochen Fernsehen geschaut. Von den fast 100 Kanaelen schieden allerdings die meisten fuer uns aus, da wir kein Wort verstanden. So blieb es bei einer chinesischen Game-Show (aehnlich Takeshis Castle), dem Sportsender mit Basket- und Volleyball und der englischen Version des staatlichen Fernsehens. Ueber etwaige Unannehmlichkeiten liess uns der Preis pro Nacht und Person (ca 5 Euro) leicht hinwegsehen. Darunter fielen dann auch die offene Dusche, die sich direkt neben dem Klo ohne Duschvorhang, dafuer aber mit schimmelndem Holzgitter auf dem Boden, befand.