Nachdem wir am ersten Tag schon frueh ins Bett gegangen sind, wollten wir uns am naechsten Tag mit Jiao um 10 Uhr treffen. Da sie dann doch leider erst spaeter Zeit hatte, machten wir uns kurzerhand auf eigene Faust auf den Weg in die Stadt. Unser Ziel sollte KFC sein, da wir ohne Hilfe von Jiao im rein chinesischen Lijiang schlecht Essen bestellen konnten. Leider hat uns die Info von Jiao, dass der KFC am Eingang zur Altstadt sein soll, komplett in die falsche Richtung gefuehrt (auf der Karte war nur das Suedtor eingezeichnet und ausserdem hat ein Viertel auch mehrere Eingaenge). Also sind wir gut 1 1/2 Stunden wahllos durch die Stadt gelaufen, ohne auch nur in die Naehe eines KFCs zu kommen. Gluecklicherweise sprach ein junger Kiosk-Besitzer ein paar Brocken Englisch, sodass er uns die Richtung zum KFC auf unserer Karte zeigen konnte. Als wir schliesslich um kurz vor 12 beim KFC ankamen, trafen wir uns auch dort direkt mit Jiao. Nach einem kurzen Snack, den wir uns auch wahrlich verdient hatten, machten wir uns auf den Weg in ein Reisebuero, um Plaene fuer die kommenden Tage zu planen. Da die Region um Lijiang und insbesondere die Tigersprungschlucht koerperlich aeusserst anspruchsvoll ist und wir gesundheitlich angeschlagen waren, entschlossen wir uns leicht resignierend, zu zwei ruhigen Tagen in Lijiang. Da Jiao aus familiaeren Gruenden fruehzeitig wieder nach Dali musste, entschlossen wir uns, unser Hotel zu verlassen und in ein Hostel umzuziehen. Damit konnten wir wenigstens die Kommunikationssituation verbessern. Gluecklicherweise hat sich damit auch unsere sanitaere Situation verbessert, denn ein reinlicheres Hostel haben wir bisher noch nicht gesehen. Ausserdem konnte das Hostel mit vielen Tipps und netten Unterhaltungen aufwarten und hat damit unsere Herzen im Sturm erobert. Wer jemals in Lijiang sein sollte, muss unbedingt im Panbas absteigen. Hier wartet das beste und kompetenteste Personal und der verrueckteste Hund von ganz China auf den Besuch.
Unsere Tage verbrachten wir mit einigen Streifzuegen durch die Altstadt und einem Abendessen mit dem kompletten Personal des Hostels. Dabei haben wir auch von einem Australier einige kulinarische Tipps bekommen. Fuer den letzten Tag in Lijiang steht definitiv fritierte Libelle auf dem Speiseplan.
Nach unserem Abstecher nach Shangri-La freuen wir uns auf jeden Fall auf die Rueckkehr ins Panbas, unser zweites Zuhause.
Schlagwort: Roujiao
Dali – Tag 3 – Seilbahn und Fahrt nach Lijiang
Am dritten Tag in Dali blieb nicht viel Zeit um auszuschlafen. Stattdessen trafen wir uns um 8.00 mit Jiao im Reisebuero ihrer Mutter. Anschliessend ging es zum Fruehstueck, wo wir ein letztes mal die Dali-Nudelsuppe assen. Kurz darauf, nachdem das Ergebnis des FCK in Erfahrung gebracht wurde (fuer alle Mainzer … es endete 3-1), fuhren wir mit einem Minibus zu Talstation der Seilbahn. Nach einigen Stufen und 15 Minuten Wartezeit, bestiegen wir die Seilbahn um auf 2500 Meter auszusteigen und uns Gebirgsfluesse und lagunenartige Seen anzuschauen. Es waere auch moeglich gewesen zu einem zweiten Lift zu wandern, allerdings erschien uns die Entfernung von 14km und der Zustand der Wanderwege als zu unguenstig, weshalb wir uns fuer die Fahrt nach unten entschieden.
Zurueck in Dali, ging es zum Mittagessen. Die am Tag zuvor von Komoranen gefangenen Fische warteten auf uns. Ausserdem gab es noch eine Huehnersuppe, welche aber nach einem Blick in den Topf fuer uns ausschied. Der Anblick von Huehnerfuessen (O-Ton Micha: Damit laufen die ihr ganzes Leben in Scheisse rum) und anderen „Leckereien“ liess uns schnell wieder den Deckel auf den Topf setzen! Das Mittagessen betand deshalb aus Reis und ein wenig Gemuese.
Nach weiteren zwei Stunden, in denen wir nicht mehr viel gemacht haben, ging es per Taxi an den Bahnhof. Nach langer Wartezeit, davon die laengste Zeit im Stehen vor der Eingangstuer des Gleises, begann der Spurt zum Zug. Die Chinesen rannten, als ginge es um ihr Leben! Das Problem war, dass die Sitzplaetze in diesem Zug nicht nummeriert sind. Der Zug traf aus Kunming ein und die Passagiere, die von Dali nach Lijiang fahren wollten, mussten sich um die restlichen Plaetze streiten. Wir konnten allerdings im letzten Waggon schnell ein leeres Abteil auffinden und besetzen. Wir gaben es bis Lijiang nicht mehr aus der Hand! Allerdings waren es auch nur eine Stunde und 40 Minuten bis wir am brandneuen Bahnhof von Lijiang eintrafen. Riesige Massen an Menschen, wir schaetzen sie auf ueber 1000 Menschen, ergossen sich auf den riesigen Bahnhofsvorplatz in Lijiang. Man haette insgesamt fast zehn Minuten vor dem Bahnhof warten koennen und es waeren noch immer Menschen aus dem Bahnhof gekommen und wohlgemerkt ist nur unser Zug aus Dali eingetroffen.
Kaum auf dem Bahnhofsvorplatz angekommen, trafen wir die Tante von Jiao. Diese wartete mit uns noch kurze Zeit auf den Minibus, der uns zu unserem Hotel in der Altstadt bringen sollte. Als dieser eintraf verabschiedeten wir uns von ihr und Jiao und fuhren zusammen mit zwei Chinesen zu unserem Hotel. Es lag oberhalb der Altstadt und bot einen super Blick ueber die Altstadt von Lijiang. Leider sprach im Hotel, welches in einem Haus der Naxi-Minderheit untergerbracht ist, niemand auch nur ein Wort Englisch, weshalb die Kommunikation unmoeglich wurde. Nach langem hin und her war allerdings alles in Ordnung und wir konnten uns auf eine erste Erkundungstour in die naehere Umgebung begeben. Schnell war ein kleiner Supermarkt gefunden, in dem wir das Noetigste fuer den kommenden Abend bekamen. Also zurueck ins Hotel und zum ersten mal seit knapp drei Wochen Fernsehen geschaut. Von den fast 100 Kanaelen schieden allerdings die meisten fuer uns aus, da wir kein Wort verstanden. So blieb es bei einer chinesischen Game-Show (aehnlich Takeshis Castle), dem Sportsender mit Basket- und Volleyball und der englischen Version des staatlichen Fernsehens. Ueber etwaige Unannehmlichkeiten liess uns der Preis pro Nacht und Person (ca 5 Euro) leicht hinwegsehen. Darunter fielen dann auch die offene Dusche, die sich direkt neben dem Klo ohne Duschvorhang, dafuer aber mit schimmelndem Holzgitter auf dem Boden, befand.
Dali – Tag 2 – Powersightseeing
Ohne Jiao, dafuer aber mit grossen Erwartungen, begaben wir uns am fruehen morgen in die deutsche Kolonie, auch Backery 88 oder deutsche Baeckerei genannt. Auf dem Speiseplan standen Kaesebrot und selbstgekochte Marmelade. Frisch gestaerkt machten wir uns danach auf den Weg in das Dali Travel Center, wo uns bereits Mutter und Vater Li erwarteten. Mit dem Auto, natuerlich stilecht im 1998er VW Passat, ging es dann in ein typisches Haus der Bai-Minderheit. Dort konnten wir an einer Teeprobe teilnehmen, die typische Bauweise betrachten und eine kuenstlerisch kulturelle Darbietung in ZDF-Fernsehgarten-Manier (bestes Vollplayback) bestaunen. Da das (Liebes-)Leben als Bai-Frau auf Dauer moeglicherweise recht eintoenig werden koennte, wurde Micha auch direkt mal ein Liebesbeweis in Form eines zugeworfenen Stoffschmetterlings bekundet! Doch fuer drei Dates zum Kennenlernen war keine Zeit, da es im Anschluss direkt weiter zum Mittagessen gehen sollte. In einem kleinen, der Urbanisierung zum Opfer gefallenen Dorf, wurde uns ein pizzaaehnliches Gebaeck aufgetischt. Laut Jiao eine Yunnan-Pizza. Verspeist wurde im Auto, mit dem wir uns bereits auf dem weg zum Er’hai-See befanden. Dort bestiegen wir eine blecherne Nussschale und fuhren auf den See hinauf. Da das traditionell westliche Rollenverstaendnis in China keine Bedeutung hat, wurden wir von einer Frau auf den See gerudert. Dort erwartete uns schon ein Fischer mit seiner Frau (die uebrigens auch gerudert hat) um uns das Fischen mittels Komoranen vorzufuehren. Dazu wurden die Voegel wenig liebevoll, eher rabiat, zu Wasser befoerdert und mittels Rufen zum Jagen animiert. Es dauerte auch nicht lange, da stuerzten sich die Voegel auf den ersten 25 cm Fisch und hackten ihm in 3 Sekunden zu Tode. Der Fischer brauchte dann nur noch den Fisch samt Vogel mit dem Kescher aus dem Wasser heben. Mit einem kleinen Wuergegriff am Hals des Vogels wurde dieser vom Fisch getrennt und anschliessend nur mit einem kleinen Stueck Fisch belohnt. Das ganze Schauspiel ereignete sich noch ein weiteres Mal, bevor wir unter tatkraeftiger Mithilfe europaeischer Oberarme zurueck an Land ruderten. Jiao hielt waehrend der ganzen Rueckfahrt den Bremsfallschirm (Sonnenschirm) in die Luft, um uns richtig zu fordern. Kaum an Land, wurden die vom Vater, direkt auf dem See gekauften fangfrischen Fische im Fussraum des Autos verstaut. Es ging zurueck in die Stadt, wo die Fische im Restaurant zur Zubereitung fuer das Mittagessen des naechsten Tages abgegeben wurden.
Keine fuenf Minuten spaeter hatten wir die Mutter eingeladen und sind mit der gesamten Familie Li in ein buddhistisches Kloster gefahren. Die Fahrt dorthin gestaltete sich allerdings sehr schwierig. Zuerst ist Jiao gefahren, doch sie konnte sich durch ihr unterdurchschnittliche Hupfrequenz nicht im Verkehr durchsetzen, sodass der Vater das Steuer wieder uebernahm. Leider stellte sich eine vermeintliche Abkuerzung als Panzerfahrspur heraus, die von tiefen Pfuetzen (Bodensee?) und schweren Schlagloechern (wir werden uns nie wieder ueber den Muensterplatz beschweren) sowie rauchenden Neunjaehrigen gezeichnet war. Doch der Vater manoevrierte den Passat souveraen ans Ziel, sodass wir mit ihm auch durchaus durch die sibirische Tundra, den hohen Himalaya, die immer heisse Sahara oder den tiefen Mariannengraben gefahren waeren.
Im Kloster wurden wir von einem recht kleinen Mann empfangen. Er war der Meister. Wir konnten uns im Kloster umschauen, den Kindern beim Training zusehen oder dem Meistern beim Pinseln beobachten. Dem Meister wurde von seinen Gefolgsleuten alles hinterher getragen, offenbar sogar mit Spass daran. Das Abendessen, zu dem wir eingeladen wurden, fiel eher karg, da vegan, aus. Ausserdem wurde man haeufig von Mitessern unterbrochen, die sich mit einem buddhistischen „Ami Tofu(?)“ verabschiedeten. Damit neigte sich der Tag auch langsam dem Ende zu. Erschoepft kamen wir wieder im Hotel an und begaben uns zeitnah ins Bett.
Dali – Tag 1 – Ankunft auf 2000 Metern
Puenktlich verliess der Zug den Bahnhof von Kunming! Schnell ging das Licht aus und es wurde kollektiv geschlafen. Wir erreichten Dali puenktlich und wurden von Roujiaos Cousin abgeholt. In seinem Auto ging es von Dali New Town nach Dali Old Town. Waehrend der Fahrt lief im Auto ein Comic ueber Dinosaurier, welcher Simons Blicke von der Stadt auf den Film lenkte. Muede kamen wir in der Altstadt an und wurden prompt von Jiaos Mutter empfangen. Es ging direkt in das, fuer uns gebuchte, Hotel und anschliessend zu einem, fuer Dali, typischen Fruehstueck. Es handelte sich hierbei um eine Nudelsuppe mit einer scharfen Hackfleischsosse. Alles zum Preis von 5 Yuan … hervorragend! Gestaerkt aber noch immer muede ging es zurueck ins Hotel um einen kurzen, stark vorgezogenen, Mittagsschlaf zu halten. Gerade eingeschlafen und noch im Land der Traeume haemmerte es an der Tuer! Jiao hatte wieder Hunger … also sind wir zusammen mit der Mutter zum Mittagessen gegangen und konnten direkt einen chinesischen Trauermarsch beobachten! Dieser wurde lautstark mit Kanonenschuessen angekuendigt, sodass das ganze Dorf zu den Tueren eilt um zu sehen, wen es dieses mal erwischt hatte! Das Essen hielt keine boesen Ueberraschungen bereit und deshalb wurde uns schonungslos um kurz nach 12 Schnapps serviert! Aus Anstand tranken wir jeweils zwei Kurze … Gluecklich machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden! Jiao zeigte uns alle Ecken, die man sehen musste, unter anderem auch eine deutsche Baeckerei, welche fuer den naechsten Tag als Lokalitaet fuer ein herzhaftes Fruehstueck auserkoren wurde. Ausserdem schenkte uns Jiao jeweils eine ‚Mao-Bibel‘, denn wir sollen die Lehren des grossen Fuehrers verinnerlichen und in die Welt tragen!
Fuer den Abend war ausserdem ein weiteres Familienessen geplant! Zu neunt machten wir es uns in einem Restaurant bequem und prompt wurde damit begonnen gross aufzutischen! Der Vater, der fuer alle bereits vorab bestellt hatte, traf unseren Geschmack. Besonders hervorzuheben sind die beiden Gerichte mit Schweinefleisch, sowie pfannkuchenaehnliche Fladen! Alles in allem ein gelungener Tag!
Chengdu
Nachdem wir um 5.40 in Chengdu ankamen, versuchten wir im Regen ein Taxi zu ergattern, welches uns zu einem fairen Preis zu unserem Hostel faehrt. Wir haetten es wissen muessen … es ist nicht moeglich. Notgezwungen nahmen wir eins zu einem leicht ueberteuerten Preis. Das Taxameter blieb aus, der chinesische Fiskus blickt in die Roehre und wir kamen nach 10 Minuten vor unserem Hostel an. Der Taxifahrer war zwar zu dumm es direkt zu finden, europaeische Augen haben es dann aber doch erspaehen koennen. Nachdem wir eingecheckt hatten und sich irgendwann auch die Tuer oeffnen lies, glaubten wir unseren Augen nicht. Ein fast luxurioeses Zimmer erwartete uns, dass die Tapete angetackerte war, bemerkten wir erst speater, aber es war sauber und geraeumig und hatte ein eigenes Bad. Nach ein paar Stunden Schlaf, weckte uns Jiao um uns auf die Fahrt zum groessten Panda-Park der Welt vorzubereiten.
Nach etwa einer Stunde Busfahrt, davon 20 Minuten in einem hoelzeren Bus, kamen wir dort an. Die Tickets waren schnell gekauft und es konnte los gehen. Der Park ist sehr weitlaeufig und so dauerte es fast 10 Minuten bis wir den ersten Panda schlafen sehen konnten. Da dieser etwas langweilig war und Jiao im Panda-Fieber war, wurde uns keine lange Sicht auf den Panda gewaehrt. Stattdessen ging es 15 Minuten den Berg hinauf zum ersten groesseren Pandahaus, wo gerade ein Panda mit „Pandabrot“ gefuettert wurde. Das Tier erinnerte uns allerdings eher an einen seit 30 Jahren verheirateten Ehemann, der mit Bier vor der Glotze haengt und die Sportschau sieht. Also weiter … das naechste Gehege beinhaltete direkt drei Tiere, welche ebenfalls gefuettert werden. Ausserdem kletterten die Pandas in den Baeumen. Da aber auch diese sich irgendwann auf dem Boden niederliessen, machten wir uns auf den Weg zur Aufzuchtstation, wo wir viele kleine Babypandas zu sehen bekamen. Es lagen zwar alle auf pinken Decken, die Haelfte war allerdings maennlich. Da wir mit den Babys das Highlight des Parks gesehen hatten, ging es auf den Rueckweg.
Chengdu und insbesondere Sichuan, die Provinz, sind bekannt fuer ihr gutes Essen. Also sollte es in eine „Fressgasse“ gehen. Wir machten uns auf das Schlimmste gefasst, doch schmeckten die Nudeln, die wir assen gut. Die eigenltichen Abartigkeiten bekamen wir erst spaeter zu sehen und vor allem zu riechen. Es ist leicht mit einem Wort zu erklaeren … Ekelhaft! … gegrillte Kuecken sind wirklich nicht unser Ding und werden es auch nicht werden. Also sollte es fuer uns bei Nudeln bleiben, was auch nicht weiter schlimm war, da fuer abends der Feuertopf vorgesehen war.
Der besagte Feuertopf, wir assen ihn bereits ihn Peking, hielt allerdings nicht das, was wir uns von ihm versprachen. Zunaechst war er viel zu scharf, sodass wir Angst um unsere Magenschleimhaeute hatten und ausserdem war er mit irgendeinem Gewuerz versehen worden, bei dem unsere Geschmacksrezeptoren nur noch kapitulieren konnten. Trotzdem assen wir etwas, auch wenn es wirklich zu scharf war. Man sieht es auf den Bildern. Schweissgebaded und mit taubem Mundraum ging es deshalb zurueck ins Hostel und ziemlich schnell ins Bett. Am naechsten Tag wurde ausgeschlafen und um 13Uhr ausgecheckt. Weiter ging es zum Bahnhof. Das uebliche Prozedere begann … sich durch Menschenmengen kaempfen, Tickets zeigen und fuer den Sicherheitscheck bereit machen. Wir hatten Bier eingepackt, was sich als Fehler herausstellte. Die Tasche, in dem sich dieses befand wurde von nachrueckendem chinesischen Gepaeck bzw. Hausrat vom Tisch gedrueckt, fiel zu Boden und die Bierflaschen platzten. Wir liessen die Tasche dezent liegen, auch wenn die Sicherheitsbeamtin, die uns abtastete (ja … hier machen das Frauen), uns auf unsere Tasche aufmerksam machte. Wir waren uns keiner Schuld bewusst und mittlerweile trampelten auch schon chinesische Menschen auf der Tasche umher. Deshalb zogen wir es vor diesen Bereich des Bahnhofes schnell zu verlassen und fernab der Tasche auf den Zug zu warten.
Die Zugfahrt war aehnlich wie schon die nach Chengdu. Wir teilten uns ein Abteil mit einem sechs Monate altem Baby. Dieses mal sehr aktiv, aber lustig. Genervt vom Zugpersonal, das uns Schund verkaufen wollte und sich einen Spass daraus machte uns auf chinesisch anzusprechen, entschieden wir uns zu einem Kauf … allerdings von Bier. Wir bestellten sechs, was uns entsetzte Blicke der anwesenden Chinesen einbrachte, doch auch das war schnell vergessen, die Biere getrunken uns so ging es ins Bett … himmlische Ruhe … bis das Baby ausstieg und ein alter, schnarchender, stinkender und einfach widerlicher Chinese Platz nahm. Die Ruhe war dahin und der mp3-Player am Lautstaerke-Maximum … es sollte Stunden dauern bis der Chinese aufwachte und uns so Schlaf ermoeglicht wurde. Gegen 9.30 erreichten wir schliesslich gestresst und muede Kunming!
Randnotizen: Terrakotta-Armee, Zugfahrt Xi’an – Chengdu
Am 9.9 machten wir uns frueh morgens auf. Das Ziel war die Terrakotta-Armee, welche sich etwa eine Stunde ausserhalb Xi’ans befindet. Zunaechst hat Roujiao allerdings noch unsere Zugfahrkarten umgetauscht und uns so eine ertraeglichere Abfahrtszeit ermoeglicht. Anschliessend ging es in einem kleinen Bus der Regierung zu unserem eigentlichen Ziel. Der Bus der Regierung erwies sich als Gluecksfall, erzaehlte doch ein Chinese, der neben Jiao sass, dass dieser fuer die gleiche Fahrt schon einmal 350 statt 12 Yuan bezahlt hat. Auslaender sind also nicht die einzigen, die hier boese beschissen werden. Bei der Terrakotta-Armee angekommen, goennte uns Roujiao ein Mittagessen bei KFC, bevor wir uns zu dem Ticketbuero aufmachten. Geschockt vom Preis, 110 Yuan (etwa 13 Euro), versuchten wir mit unserem deutschen Studentenausweis einen Rabatt zu erzielen, doch die Chinesin sah sich diese gar nicht erst an und verwies uns an einen anderen Schalter, wo wir den vollen Preis abdruecken sollten.
Vom Ticketbuero aus ging es durch eine kleine, kuenstliche Stadt aus Verkaufsstaenden und anderen Touristenabzockmaschinerien zu der eigentlichen Terrakotta-Armee. Zunaechst besuchten wir ein kleines Museum, das Highlight (die eigentliche Ausgrabung) sollte den kroenenden Hoehepunkt dieses Ausflugs bilden. Das Museum sahen wir uns an, besuchten anschliessend die weniger bekannten weiteren Ausgrabungen und begaben uns zu den, aus Fernseher und Buechern bekannten, Ausgrabungen. Wir drehten eine Runde in der Halle, immer begleitet von grossen Gruppen von Touristen aus aller Herren Laendern. Die nun folgende Rueckfahrt war vor Enge kaum zu ueberbieten. Wir haetten gerne gegen den Sitzabstand von Ryanair oder Condor getauscht.
Am naechsten Tag (10.9) war der Abschied aus Xi’an angesagt. Vor der Zugfahrt wollten wir uns allerdings auf der ueber 13km langen Stadtmauer von Xi’an ein wenig die Beine vertreten. Schoen waren von hier die alten Daecher der einstigen Hauptstadt Chinas zu sehen.
Nach diesem kurzen Spaziergang holten wir unsere Rucksaecke, checkten aus und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Nach einer kurzen Wartezeit war Zug K5 zum Einsteigen bereit. Wir bezogen gegen einen Aufpreis von 10 Yuan als erstes unseren Wagen. Wir hatten Betten direkt neben der Tuer erwischt. Dadurch wurden wir durch die, zwischen den Waggons rauchenden Chinesen, immer wieder geweckt, denn erstens haelt es hier niemand fuer noetig die Tuer zum Abteil zu schliessen und sollten sie dies mal tun, werden die Tueren derartig fest zugeworfen, dass man Angst um den Zug haben muss. Auch das bei uns im Abteil untergebrachte acht Monate alte Kind konnte bei den anderen Mitreisenden kein Mitleid erregen. Vielleicht auch deswegen, weil es schon in seinem zarten Alter mit Spielzeugzigaretten spielte. Gekleidet war es, wie in China typisch, mit einer Lochhose, die eine Frage nach dem Geschlecht eruebrigte. Als waere all dies nicht schon genug gewesen, wurden wir auch oefter durch Whams „Last Christmas“ aus dem Schlaf gerissen, aber immerhin hatten wir etwas zu lachen!
Olympia Park
Am letzten Tag in Beijing sollte es etwas gemaechlicher zugehen. Schliesslich hatten wir nicht so viel Zeit, da es am Abend mit dem Nachtzug nach Xi’an gehen sollte. Da bot sich ein Besuch des Olympia Parks natuerlich an. Also haben wir uns mit Jiao und ihrem Freund getroffen. Aber wie die Chinesen so sind, mussten wir erst mal was Essen gehen. Also sind wir zur Uni gefahren und von dort in ein muslimisches Restaurant in der Naehe gegangen. Dort gab es zum ersten mal gebratene Nudeln. Denn anders als man es aus Deutschland kennt, werden die meisten Nudeln in Suppen serviert. Gestaerkt sind wir dann in den Olympia Park gefahren. Dort angekommen konnten wir als erstes das Vogelnest bestaunen. Leider haette es 50 Yuan Eintritt gekostet, wenn man mal in das Innere des Stadions schauen wollte. Wir sind deshalb weiter gegangen und haben uns die anderen Sportstaetten, z.B. das Schwimmbad, von aussen angesehen. Da das Wetter sehr warm und schwuel war, sind wir im Anschluss noch mal ins Hostel gefahren um uns etwas auszuruhen. Jiao hat uns dann mit ihrem Freund am Hostel abgeholt. Eigentlich wollten wir dann mit dem Taxi zum Bahnhof fahren. Allerdings waren die meisten Taxis voll oder die Taxifahrer nicht gewillt uns mitzunehmen. Wir sind deshalb mit der U-Bahn in die Naehe des Bahnhofs gefahren und dann mit dem Taxi zum Bahnhof weitergefahren.
Erste eigene Gehversuche …
Nachdem es Jiao mit Fieber ausser Gefecht gesetzt hat, sind wir heute zum ersten mal alleine durch die Grossstadt gezogen. Ziel war der Himmelstempel. Dafuer haben wir kurz die Schriftzeichen verglichen und uns den Namen eingepraegt. Der Tempel war leicht zu finden, da er mit der gleichen U-Bahn-Linie zu erreichen ist, wie unser Hostel. Gekostet hat uns der Spass 35Yuan. Dafuer bekamen wir einen gigantischen Park und beeindruckende Tempelanlagen zu sehen. Zunaechst mussten wir durch den langen Korridor gehen, bevor wir nach einer Einlasskontrolle die „Halle der Ernteopfer“ zu sehen. Ein grosser, runder Tempel mit blau lackiertem Dach und farbenpraechtigen Verzierungen. Auch diente dieser als Kulisse fuer chinesische Hochzeitsfotos … ein Traum in rot …
Weiter ging es ueber eine sehr breite und lange Strasse zur Echo-Wand. Eine exakt runde Wand, welche das Echo entlang der kompletten Wand tragen soll. Allerdings nur in der Theorie … wild schreiende Chinesen verwandelten den ruhigen Park in ein akustisches Armageddon.
Abgeschlossen wurde der Besuch mit einem kreisfoermigen Altar, bevor wir den kompletten Weg ueber weitestgehed menschenleere Wege zurueck zum Eingang gingen. Auf diesem Weg bekamen wir einmal mehr chinesische Effizienz zu sehen. Gruenflaechen wurden nicht mit einem Traktor gemaeht, sondern mit fuenf, wobei sich einer davon in der „Box“ fuer einen Formel-1-aehnlichen Boxenstopp befand. Zwei Arbeiter waren staendig damit beschaeftigt das Geraet in Topzustand zu halten, waehrend sich die restlichen Arbeiter ein spannendes Rennen ueber die Grasflaechen lieferten. Sehr beeindruckend!
Des Weiteren haben wir heute Kleidung in die Waescherei gebracht. Hier wird nicht nach Stuecken, sondern nach Kilo abgerechnet. 15 Yuan pro Kilo. Machte fuer uns 22 Yuan, also etwa 2,50Euro. Wir waren also sehr fleissig und werden gleich versuchen die ersten Postkarten auf den Weg zu bringen. Wir hoffen, dass diese wirklich ankommen und werden vorsichtshalber noch Beweisfotos schiessen! Fuer morgen ist der Besuch der Mauer geplant. Hoffentlich wieder mit einer fitten Roujiao!
Sommerpalast Beijing
Am nun schon dritten Tag in Beijing hiess das Ziel Sommerpalast. Nach einer ziemlich langen Fahrt mit der U-Bahn sind wir am Sommerpalast angekommen. Die Fahrt in der Linie 4 erfuellte dann auch alle Klisches ueber das U-Bahn-Fahren. Eine Bahn, die so voll war, dass man gar keine Chance hatte einzusteigen, sodass wir dann auch eine Bahn fahren lassen mussten. Die naechste Bahn war dann wenigstens nur so voll, dass wir uns irgendwie reinquetschen konnten. In der Bahn hat uns dann auch noch eine verdrogte Chinesin angesprochen. Die Fahrt in der Bahn war also sehr spannend.
Vor dem Besuch des Sommerpalastes verschlug es uns dann noch kurzzeitig zu Mc Donalds. Bei einem grossen Big Mac-Menue fuer umgerechnet 2 Euro 20 konnten wir einfach nicht nein sagen. Schliesslich haben wir es dann aber doch noch in den Sommerpalast geschafft.
Im Gegensatz zu Deutschland ist das Wetter hier in Beijing aeusserst sommerlich, sodass wir bei 30 Grad und Sonnenschein durch endlose Wandelgaenge spaziert sind. Die Haeuser waren alle bunt bemalt und hatten die fuer Nordchina typische Dachform. Insgesamt war der Ausflug eine runde Sache und wurde zum Abschluss noch mit einer kleinen Bootsfahrt bereichert. Bilder gibt es dazu auch auf Flickr.
Hallo China!
Die Rücksäcke sind gepackt, die Pässe samt Visum in der Tasche. Eigentlich kann es jetzt los gehen.
Vorab schon mal die geplante Reiseroute: