In Kunming angekommen, erwartete uns schon Jiaos Tante, um uns den Weg zu unserem Hostel zu weisen. Nach 20 Minuten im Bus und weiteren fuenf Minuten zu Fuss erreichten wir das Cloudland-Hostel. Die Zimmer konnten wir direkt beziehen und die Duschen waren auch schnell gefunden und genutzt. Da Roujiao eine Pause brauchte, verbrachten wir den Tag ohne sie. Wieder waren wir fleissig und haben unsere Waeschesaecke, nach laengerer Suche, abgegeben und waschen lassen. Im Hostel angekommen und kaum auf einem der vielen Sofas niedergelassen, machte sich ein Hauch von Bier- und Schweissgeruch breit. Unsere polnischen Nachbarn waren zu hause und stellten sich prompt vor, nicht ohne uns Bier und Zigaretten anzubieten! Wir kamen schnell ins Gespraech und erfuhren so von ihrer spannenden Anreise nach China. Sie nahmen nicht das Flugzeug, auch nicht die Transsib, sondern sind getrampt und zwar von polnisch-ukrainischen Grenze bis in die Mandschurei. Es handelte sich wirklich um eine verdammt harte Gruppe, bestehend aus zwei Maedels und zwei Kerlen. Einer von beiden war des Weiteren durch eine fehlende Fingerkuppe merklich gezeichnet! Sie hatten viel von ihrer Reise zu erzaehlen. Untermalt die Erzaehlungen von einer kleinen Fotoshow.
Als uns Hunger auf die wilden Strassen Kunmings trieb, stiessen wir ausserdem auf einen Wal-Mart, doch konnte uns dieser nicht die gewuenschten Artikel bieten … aber egal! So ging es zu Dicos, einer taiwanesischen Fastfood-Kette. Dies erwies sich als grosser Fehler, denn es schmeckte einfach schlecht und lange warten mussten wir auch noch. Dicos ist somit offiziell von unserer Liste gestrichen. Frueh ging es ins Bett, da fuer den naechsten Tag der Steinwald in Shilin auf dem Programm stand.
Ueberpuenktlich standen wir vor unserem Hostel und trafen Jiao. Zusammen mit ihr ging es zur Kunming East Bus Station, wo wir einen weiteren Bus nach Shilin nahmen. Die Busfahrt verlief unspektakulaer und nach etwas ueber einer Stunde kamen wir, genervt von einem franzoesischen Choleriker, in Shilin an. Vom Eintrittspreis geschockt (fast 20Euro) entschloss sich Simon zu einer kleinen Notluege … er war fuer fuenf Minuten Austauschstudent mit Mainzer Studentenausweis … Der Steinwald ist eine, durch Wind und Wasser, erodierte Gesteinslandschaft, welche Massen an Touristen anzieht. Doch es lohnt sich! Man wandert oder irrt durch ein Labyrinth und kommt nach einigen Minuten wieder am Startpunkt an. Beeindruckt von der sich hier bietenden Landschaft, ging es zurueck nach Kunming, wo eine weitere kulinarische Spezialitaet auf uns wartete. ‚Ueber-die-Bruecke-Nudeln standen auf dem Speiseplan! In einem, nicht durch Sauberkeit glaenzenden Restaurant, machten wir uns an diese Nudelsuppe, in welche verschiedene Zutaten geworfen werden. Es schmeckte so la la …! Da auf unserer Einkaufsliste eigentlich auch neue Brillen standen, gingen wir zu einem nahegelegenen Optiker, doch beim Anblick von HUGO SOSB und Dolaroid, machten wir eine Kehrtwende und verliessen geschwind den Laden! Der letzte Tag plaetscherte so vor sich hin. Am Mittag entschieden wir uns deshalb fuer einen Besuch des Yunnan Provinz Museums. Doch dieses enttaeuschte!
Zurueck im Hostel, schnappten wir unsere Rucksaecke und machten uns auf den Weg zum Bahnhof (dieses mal im Taxi mit Taxameter!). Dort ausgestiegen, steuerte direkt ein aelterer Chinese auf uns zu und frage uns nach einem Foto mit ihm. Wir kamen seinem Wunsch nach und wurden prompt zu ihm nach Hause eingeladen. Doch leider sieht unser Reiseplan keinen Stop in seiner Stadt vor … schade eigentlich!