Heute war die chinesische Mauer das Ziel. Da Jiao sich noch immer nicht gut fuehlt, sind wir wieder auf eigene Faust losgezogen. Die Rezeptionistin empfohl uns statt dem Zug den Bus. Also machten wir uns mit der U-Bahn auf den Weg zur Bushaltestelle um den Bus 919 zu suchen. Dieser lies sich allerdings nicht auffinden. Lediglich Taxifahrer sprachen uns an, wollten fuer die Fahrt aber unverschaemte Preise. Also sind wir nach erfolglosem Warten zum Bahnhof gefahren, um uns ein Ticket fuer den Zug zu kaufen. Dieses hat 20 Yuan gekostet, allerdings fuhr der Zug erst nach weiteren 90 Minuten ab, weshalb wir uns entschieden im Bahnhofs-Supermarkt Instantnudeln zu kaufen und diese mit bereitgestelltem heissen Wasser zuzubereiten. Wir wussten zwar nicht was wir assen, aber es schmeckte einigermassen. Bald wurde der Zug aufgerufen und wir machten uns ueber einen langen und breiten Bahnsteig auf den Weg zu unserem Zug. Dieser bot erstaunlich viel Platz und so ging es in 60 Minuten nach Badaling zur grossen Mauer.
Nach den ersten 800m bergauf erreichten wir den Eingang, kauften Eintrittskarten und machten uns auf den Weg, die Mauer zu besteigen. Der Gewaltmarsch fuehrte uns bis zum hoechsten Punkt der Mauer an diesem Teilabschnitt. Die Treppenstufen waren derart unterschiedlich in ihrer Hoehe, dass man sehr konzentriert sein musste, um nicht ins Stolpern zu geraten. Passiert ist allerdings nicht. Nach einer Stunde und zahllosen Hoehenmetern erreichten wir den hoechsten Punkt, genossen kurz die Aussicht um uns auf den nicht weniger anstrengenden Abstieg zu machen. Die Kniegelenke krachten und knarzten, doch es war die Anstrengungen wert. Auch, da es bis zur Spitze ausser uns kein Europaeer geschafft hat (zumindest nicht, als wir da waren). Somit konnten wir einmal mehr die deutsche Vormachtstellung in Europa untermauern. Sieg auf ganzer Laenge!
Nach einer kurzen Staerkung haben wir uns fuer den Bus 919, den wir in Badaling ohne Probleme fanden, entschieden. Dieser war allerdings so eng, man sitzt 3-2, dass es unmoeglich war, die Beine in einer entspannten Haltung anzuordnen, weshalb die fast 90 Minuten zu einem langen Krampf wurden. Doch was will man bei 12Yuan fuer 65km erwarten? Ausgesetzt im Nirgendwo, fanden wir nach einem weiteren Marsch eine U-Bahnstation und konnten so entspannt nach Hause fahren.
Uebrigens wurden wir auf der grossen Mauer gefragt, ob wir Mao gut finden, was wir natuerlich bejahten. Um unserem grossen Idol ein Stueckchen naeher zu kommen, vergleichen wir den heutigen Ausflug mit seinem langen Marsch!
Mao, wir fuehlen mit dir!