Randnotizen: Terrakotta-Armee, Zugfahrt Xi’an – Chengdu

Am 9.9 machten wir uns frueh morgens auf. Das Ziel war die Terrakotta-Armee, welche sich etwa eine Stunde ausserhalb Xi’ans befindet. Zunaechst hat Roujiao allerdings noch unsere Zugfahrkarten umgetauscht und uns so eine ertraeglichere Abfahrtszeit ermoeglicht. Anschliessend ging es in einem kleinen Bus der Regierung zu unserem eigentlichen Ziel. Der Bus der Regierung erwies sich als Gluecksfall, erzaehlte doch ein Chinese, der neben Jiao sass, dass dieser fuer die gleiche Fahrt schon einmal 350 statt 12 Yuan bezahlt hat. Auslaender sind also nicht die einzigen, die hier boese beschissen werden. Bei der Terrakotta-Armee angekommen, goennte uns Roujiao ein Mittagessen bei KFC, bevor wir uns zu dem Ticketbuero aufmachten. Geschockt vom Preis, 110 Yuan (etwa 13 Euro), versuchten wir mit unserem deutschen Studentenausweis einen Rabatt zu erzielen, doch die Chinesin sah sich diese gar nicht erst an und verwies uns an einen anderen Schalter, wo wir den vollen Preis abdruecken sollten.

Vom Ticketbuero aus ging es durch eine kleine, kuenstliche Stadt aus Verkaufsstaenden und anderen Touristenabzockmaschinerien zu der eigentlichen Terrakotta-Armee. Zunaechst besuchten wir ein kleines Museum, das Highlight (die eigentliche Ausgrabung) sollte den kroenenden Hoehepunkt dieses Ausflugs bilden. Das Museum sahen wir uns an, besuchten anschliessend die weniger bekannten weiteren Ausgrabungen und begaben uns zu den, aus Fernseher und Buechern bekannten, Ausgrabungen. Wir drehten eine Runde in der Halle, immer begleitet von grossen Gruppen von Touristen aus aller Herren Laendern. Die nun folgende Rueckfahrt war vor Enge kaum zu ueberbieten. Wir haetten gerne gegen den Sitzabstand von Ryanair oder Condor getauscht.

 

Am naechsten Tag (10.9) war der Abschied aus Xi’an angesagt. Vor der Zugfahrt wollten wir uns allerdings auf der ueber 13km langen Stadtmauer von Xi’an ein wenig die Beine vertreten. Schoen waren von hier die alten Daecher der einstigen Hauptstadt Chinas zu sehen.

Nach diesem kurzen Spaziergang holten wir unsere Rucksaecke, checkten aus und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Nach einer kurzen Wartezeit war Zug K5 zum Einsteigen bereit. Wir bezogen gegen einen Aufpreis von 10 Yuan als erstes unseren Wagen. Wir hatten Betten direkt neben der Tuer erwischt. Dadurch wurden wir durch die, zwischen den Waggons rauchenden Chinesen, immer wieder geweckt, denn erstens haelt es hier niemand fuer noetig die Tuer zum Abteil zu schliessen und sollten sie dies mal tun, werden die Tueren derartig fest zugeworfen, dass man Angst um den Zug haben muss. Auch das bei uns im Abteil untergebrachte acht Monate alte Kind konnte bei den anderen Mitreisenden kein Mitleid erregen. Vielleicht auch deswegen, weil es schon in seinem zarten Alter mit Spielzeugzigaretten spielte. Gekleidet war es, wie in China typisch, mit einer Lochhose, die eine Frage nach dem Geschlecht eruebrigte. Als waere all dies nicht schon genug gewesen, wurden wir auch oefter durch Whams „Last Christmas“ aus dem Schlaf gerissen, aber immerhin hatten wir etwas zu lachen!