Letzter Tag in Lijiang und Flug nach Hongkong

Am letzten Tag hiess es als erstes, versuchen an Hongkong-Dollar zu kommen. Also sind wir zur naechsten Bank of China gegangen, in der Hoffnung, dass das Tauschen der Traveller-Cheques dieses mal komplikationslos funktionieren wuerde. Doch wie immer ist es anders gekommen. Fuer Auslaender ist es nicht moeglich, Hongkong-Dollar in Lijiang zu bekommen. Also haben wir einen Teil der restlichen Traveller-Cheques in Yuan getauscht um so am Flughafen in Hongkong an Geld zu kommen. Nachdem dies auch erledigt war, machten wir es uns den Tag ueber im Hostel bequem. Schliesslich sollte es am naechsten Tag frueh los gehen. Denn China Eastern hatte uns auf einen frueheren Flug umgebucht, statt 11.00 Uhr nun um 8.40 Uhr. Nach kurzer Ruecksprache mit dem Hostel-Meister, bestellte ein Taxi fuer uns fuer 5.30 Uhr um genuegend Zeit fuer Rueckfragen am Flughafen zu haben. Um den letzten Abend im besten Hostel gebeuhrend abzuschliessen, luden wir die junge Teilzeit(geschaetzte 80 Stunden die Woche + Schule)-koechin und den Hostelbesitzer auf ein Getraenk ein. Nach langem Verhandeln gingen sie auf unser Angebot ein, es blieb allerdings bei nicht-alkoholischen Getraenken fuer die Chinesen und Bier fuer die Deutschen. Von dieser Geste sichtlich geruehrt und auf die Frage hin, wo man in Lijiang Propagandaposter von Mao kaufen konnte, entschloss sich der Besitzer dazu, uns ein paar Poster unserer Wahl zu schenken!
Da unsere Hemmschwelle durch die zahlreichen Biere und auf Grund der Hoehe von 2500m merklich gesunken war, beschlossen wir, die Nacht durchzumachen um das Taxi nicht zu verpassen. So wurde einmal mehr der Remote-Desktop der Universitaet fuer Stunden missbraucht um ein nahezu westliches Internet-Feeling geniessen zu koennen.
Puenktlich um 5.30 stand der Hostelmanager auf um uns die Tuer zu oeffnen und uns in das Taxi zu setzen. Es folgte eine Fahrt durch die chinesische Nacht auf Strassen bzw. Pisten, ohne Markierung und Seitenbegrenzung, dafuer aber viel Staub, Schlagloecher und unbeleuchteter Verkehrsteilnehmer. Am Provinzflughafen angekommen, machten wir uns direkt auf den Weg zum Schalter von China Eastern. Dort sass uns ein freundlich laechelnder Chinese ohne grosse Englischkenntnisse gegenueber, der auch unser Problem nicht ganz begriffen zu haben schien. Also dachte er sich wohl, ob der Tatsache, dass wir schon so frueh am Flughafen waren, kann er uns auch in das  bereits boardende Flugzeug zu setzen. Um den Kick noch zu erhoehen, hielt er uns bis 3 Minuten vor Abflug an seinem Schalter fest. Auf Fragen unsererseits, weshalb wir warten muessen, lachte er freundlich und unterhielt sich weiterhin mit seinen Kolleginnen. Einigermassen gestresst, durchschritten wir die Sicherheitskontrolle und machten uns auf den Weg zum Gate, um quasi in letzter Minute auf den Flug aufzuspringen. Wir sassen noch nicht ganz auf unserem Sitz, da schliefen bereits ein und wachten erst auf, als das Flugzeug mit einem heftigen Aufprall den Boden von Kunming erreichte. Nach 6 Stunden warten und einem weiteren Flug von knapp 2 Stunden, erreichten wir Hongkong bei 30 Grad und Sonnenschein. Dort haben wir noch schnell unsere Yuan in Hongkong-Dollar getauscht und uns auf eine Busfahrt in die Innenstadt begeben. Das Hostel war schnell gefunden und so konnten wir uns auf die Suche nach Simons Bekannten aus Australien machen. Nach einigem Hin und Her haben wir die 1,50 grosse Zulei in dem Gewusel von 7 Millionen Menschen doch noch gefunden. Wie es sich fuer Asiaten gehoert, machten wir uns direkt auf den Weg zum Essen. Sie bestellte fuer uns verschiedene Gerichte, die allesamt wunderbar waren. Ausserdem zahlte sie, was unseren Stolz doch ein wenig zugesetzt hat, sodass wir uns wehement dafuer einsetzten, das naechste mal bezahlen zu duerfen. Sie schlug ein und somit werden wir uns in wenigen Minuten mit ihr treffen.

(x) Libellenessen

Kurz bevor es nach Hause gehen soll, war es dringend notwendig, eine Abartigkeit zu essen, um euch Daheimgebliebenen lange etwas vorschwaermen zu koennen. So ging es fuer uns in das 88 Naxi Snack-Restaurant. Schnell waren die Libellen auf der Karte gefunden und bestellt. Nach weniger als 5 Minuten wurde uns dann auch direkt ein Teller voll mit fritierten mehr oder weniger gluecklich aussehenden Libellen serviert. Simon erbarmte sich, als erstes den Genuss zu wagen. Nachdem der erste Happen geschluckt wurde, musste sich Micha auch der Herausforderung stellen. Ohne mit der Wimper zu zucken verschlang er genuesslich das Insekt. Schnell auf den Geschmack gekommen, verschlagen wir beide innerhalb von 10 Minuten rund 25 Libellen und mussten uns erheblich bremsen, nicht noch einen Nachslag zu ordern. Die Daheimgebliebenen duerfen sich schon mal seelisch und moralisch darauf vorbereiten, dass das erste Essen in Deutschland definitiv Libellen beinhalten wird.

Lijiang – Teil 1

Nachdem wir am ersten Tag schon frueh ins Bett gegangen sind, wollten wir uns am naechsten Tag mit Jiao um 10 Uhr treffen. Da sie dann doch leider erst spaeter Zeit hatte, machten wir uns kurzerhand auf eigene Faust auf den Weg in die Stadt. Unser Ziel sollte KFC sein, da wir ohne Hilfe von Jiao im rein chinesischen Lijiang schlecht Essen bestellen konnten. Leider hat uns die Info von Jiao, dass der KFC am Eingang zur Altstadt sein soll, komplett in die falsche Richtung gefuehrt (auf der Karte war nur das Suedtor eingezeichnet und ausserdem hat ein Viertel auch mehrere Eingaenge). Also sind wir gut 1 1/2 Stunden wahllos durch die Stadt gelaufen, ohne auch nur in die Naehe eines KFCs zu kommen. Gluecklicherweise sprach ein junger Kiosk-Besitzer ein paar Brocken Englisch, sodass er uns die Richtung zum KFC auf unserer Karte zeigen konnte. Als wir schliesslich um kurz vor 12 beim KFC ankamen, trafen wir uns auch dort direkt mit Jiao. Nach einem kurzen Snack, den wir uns auch wahrlich verdient hatten, machten wir uns auf den Weg in ein Reisebuero, um Plaene fuer die kommenden Tage zu planen. Da die Region um Lijiang und insbesondere die Tigersprungschlucht koerperlich aeusserst anspruchsvoll ist und wir gesundheitlich angeschlagen waren, entschlossen wir uns leicht resignierend, zu zwei ruhigen Tagen in Lijiang. Da Jiao aus familiaeren Gruenden fruehzeitig wieder nach Dali musste, entschlossen wir uns, unser Hotel zu verlassen und in ein Hostel umzuziehen. Damit konnten wir wenigstens die Kommunikationssituation verbessern. Gluecklicherweise hat sich damit auch unsere sanitaere Situation verbessert, denn ein reinlicheres Hostel haben wir bisher noch nicht gesehen. Ausserdem konnte das Hostel mit vielen Tipps und netten Unterhaltungen aufwarten und hat damit unsere Herzen im Sturm erobert. Wer jemals in Lijiang sein sollte, muss unbedingt im Panbas absteigen. Hier wartet das beste und kompetenteste Personal und der verrueckteste Hund von ganz China auf den Besuch.
Unsere Tage verbrachten wir mit einigen Streifzuegen durch die Altstadt und einem Abendessen mit dem kompletten Personal des Hostels. Dabei haben wir auch von einem Australier einige kulinarische Tipps bekommen. Fuer den letzten Tag in Lijiang steht definitiv fritierte Libelle auf dem Speiseplan.
Nach unserem Abstecher nach Shangri-La freuen wir uns auf jeden Fall auf die Rueckkehr ins Panbas, unser zweites Zuhause.

Dali – Tag 1 – Ankunft auf 2000 Metern

Puenktlich verliess der Zug den Bahnhof von Kunming! Schnell ging das Licht aus und es wurde kollektiv geschlafen. Wir erreichten Dali puenktlich und wurden von Roujiaos Cousin abgeholt. In seinem Auto ging es von Dali New Town nach Dali Old Town. Waehrend der Fahrt lief im Auto ein Comic ueber Dinosaurier, welcher Simons Blicke von der Stadt auf den Film lenkte. Muede kamen wir in der Altstadt an und wurden prompt von Jiaos Mutter empfangen. Es ging direkt in das, fuer uns gebuchte, Hotel und anschliessend zu einem, fuer Dali, typischen Fruehstueck. Es handelte sich hierbei um eine Nudelsuppe mit einer scharfen Hackfleischsosse. Alles zum Preis von 5 Yuan … hervorragend! Gestaerkt aber noch immer muede ging es zurueck ins Hotel um einen kurzen, stark vorgezogenen, Mittagsschlaf zu halten. Gerade eingeschlafen und noch im Land der Traeume haemmerte es an der Tuer! Jiao hatte wieder Hunger … also sind wir zusammen mit der Mutter zum Mittagessen gegangen und konnten direkt einen chinesischen Trauermarsch beobachten! Dieser wurde lautstark mit Kanonenschuessen angekuendigt, sodass das ganze Dorf zu den Tueren eilt um zu sehen, wen es dieses mal erwischt hatte! Das Essen hielt keine boesen Ueberraschungen bereit und deshalb wurde uns schonungslos um kurz nach 12 Schnapps serviert! Aus Anstand tranken wir jeweils zwei Kurze … Gluecklich machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden! Jiao zeigte uns alle Ecken, die man sehen musste, unter anderem auch eine deutsche Baeckerei, welche fuer den naechsten Tag als Lokalitaet fuer ein herzhaftes Fruehstueck auserkoren wurde. Ausserdem schenkte uns Jiao jeweils eine ‚Mao-Bibel‘, denn wir sollen die Lehren des grossen Fuehrers verinnerlichen und in die Welt tragen!
Fuer den Abend war ausserdem ein weiteres Familienessen geplant! Zu neunt machten wir es uns in einem Restaurant bequem und prompt wurde damit begonnen gross aufzutischen! Der Vater, der fuer alle bereits vorab bestellt hatte, traf unseren Geschmack. Besonders hervorzuheben sind die beiden Gerichte mit Schweinefleisch, sowie pfannkuchenaehnliche Fladen! Alles in allem ein gelungener Tag!

Erste eigene Gehversuche …

Nachdem es Jiao mit Fieber ausser Gefecht gesetzt hat, sind wir heute zum ersten mal alleine durch die Grossstadt gezogen. Ziel war der Himmelstempel. Dafuer haben wir kurz die Schriftzeichen verglichen und uns den Namen eingepraegt. Der Tempel war leicht zu finden, da er mit der gleichen U-Bahn-Linie zu erreichen ist, wie unser Hostel. Gekostet hat uns der Spass 35Yuan. Dafuer bekamen wir einen gigantischen Park und beeindruckende Tempelanlagen zu sehen. Zunaechst mussten wir durch den langen Korridor gehen, bevor wir nach einer Einlasskontrolle die „Halle der Ernteopfer“ zu sehen. Ein grosser, runder Tempel mit blau lackiertem Dach und farbenpraechtigen Verzierungen. Auch diente dieser als Kulisse fuer chinesische Hochzeitsfotos … ein Traum in rot …

Weiter ging es ueber eine sehr breite und lange Strasse zur Echo-Wand. Eine exakt runde Wand, welche das Echo entlang der kompletten Wand tragen soll. Allerdings nur in der Theorie … wild schreiende Chinesen verwandelten den ruhigen Park in ein akustisches Armageddon.

Abgeschlossen wurde der Besuch mit einem kreisfoermigen Altar, bevor wir den kompletten Weg ueber weitestgehed menschenleere Wege zurueck zum Eingang gingen. Auf diesem Weg bekamen wir einmal mehr chinesische Effizienz zu sehen. Gruenflaechen wurden nicht mit einem Traktor gemaeht, sondern mit fuenf, wobei sich einer davon in der „Box“ fuer einen Formel-1-aehnlichen Boxenstopp befand. Zwei Arbeiter waren staendig damit beschaeftigt das Geraet in Topzustand zu halten, waehrend sich die restlichen Arbeiter ein spannendes Rennen ueber die Grasflaechen lieferten. Sehr beeindruckend!

Des Weiteren haben wir heute Kleidung in die Waescherei gebracht. Hier wird nicht nach Stuecken, sondern nach Kilo abgerechnet. 15 Yuan pro Kilo. Machte fuer uns 22 Yuan, also etwa 2,50Euro. Wir waren also sehr fleissig und werden gleich versuchen die ersten Postkarten auf den Weg zu bringen. Wir hoffen, dass diese wirklich ankommen und werden vorsichtshalber noch Beweisfotos schiessen! Fuer morgen ist der Besuch der Mauer geplant. Hoffentlich wieder mit einer fitten Roujiao!

Peking-Ente fuer Anfaenger

In China, da kann man so einiges lernen. Zum Beispiel, wie man fachmaennisch und ganz nach chinesischer Tradition Peking-Ente zubereitet und isst. Eine kleine Anleitung:

1. Zu allererst bestelle man sich in einem chinesischen Restaurant, auf Grund der dort vorherschenden Lautstaerke vergleichbar mit einem Pausenhof waehrend der grossen Pause, eine Peking-Ente.

2. Als naechstes rueckt ein Koch mit Messer an und zerlegt die gegrillte Ente hochprofessionell mit einem Messer. Die Fleischstuecke werden dann auf einem Teller serviert.
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3. Jetzt beginnt der eigentlich spannende Teil der Zubereitung. Dabei handelt es sich auch um den schwierigsten Teil des gesamten Vorhabens, denn hier heisst es, einen hauchduennen Teiglappen vom Stapel zu pulen, diesen dann in der einen Hand zu drappieren um dann mit der anderen Hand mittels Staebchen die Zutaten, d.h.Fleisch mit Sosse, unbekannte weisse Streifchen, Gurkenstifte und kleine Sprossen, auf den Teiglappen zu legen.
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4. Nachdem dieses mehr oder minder erfolgreich und ohne Komplikationen vonstatten gegangen ist, gilt es, den Teiglappen so zu falten, dass man ihn in zwei Haende nehmen kann.
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5. Als kroenender Abschluss muss nur noch verspeist werden.DSCF7729