Nachdem wir um 5.40 in Chengdu ankamen, versuchten wir im Regen ein Taxi zu ergattern, welches uns zu einem fairen Preis zu unserem Hostel faehrt. Wir haetten es wissen muessen … es ist nicht moeglich. Notgezwungen nahmen wir eins zu einem leicht ueberteuerten Preis. Das Taxameter blieb aus, der chinesische Fiskus blickt in die Roehre und wir kamen nach 10 Minuten vor unserem Hostel an. Der Taxifahrer war zwar zu dumm es direkt zu finden, europaeische Augen haben es dann aber doch erspaehen koennen. Nachdem wir eingecheckt hatten und sich irgendwann auch die Tuer oeffnen lies, glaubten wir unseren Augen nicht. Ein fast luxurioeses Zimmer erwartete uns, dass die Tapete angetackerte war, bemerkten wir erst speater, aber es war sauber und geraeumig und hatte ein eigenes Bad. Nach ein paar Stunden Schlaf, weckte uns Jiao um uns auf die Fahrt zum groessten Panda-Park der Welt vorzubereiten.
Nach etwa einer Stunde Busfahrt, davon 20 Minuten in einem hoelzeren Bus, kamen wir dort an. Die Tickets waren schnell gekauft und es konnte los gehen. Der Park ist sehr weitlaeufig und so dauerte es fast 10 Minuten bis wir den ersten Panda schlafen sehen konnten. Da dieser etwas langweilig war und Jiao im Panda-Fieber war, wurde uns keine lange Sicht auf den Panda gewaehrt. Stattdessen ging es 15 Minuten den Berg hinauf zum ersten groesseren Pandahaus, wo gerade ein Panda mit „Pandabrot“ gefuettert wurde. Das Tier erinnerte uns allerdings eher an einen seit 30 Jahren verheirateten Ehemann, der mit Bier vor der Glotze haengt und die Sportschau sieht. Also weiter … das naechste Gehege beinhaltete direkt drei Tiere, welche ebenfalls gefuettert werden. Ausserdem kletterten die Pandas in den Baeumen. Da aber auch diese sich irgendwann auf dem Boden niederliessen, machten wir uns auf den Weg zur Aufzuchtstation, wo wir viele kleine Babypandas zu sehen bekamen. Es lagen zwar alle auf pinken Decken, die Haelfte war allerdings maennlich. Da wir mit den Babys das Highlight des Parks gesehen hatten, ging es auf den Rueckweg.
Chengdu und insbesondere Sichuan, die Provinz, sind bekannt fuer ihr gutes Essen. Also sollte es in eine „Fressgasse“ gehen. Wir machten uns auf das Schlimmste gefasst, doch schmeckten die Nudeln, die wir assen gut. Die eigenltichen Abartigkeiten bekamen wir erst spaeter zu sehen und vor allem zu riechen. Es ist leicht mit einem Wort zu erklaeren … Ekelhaft! … gegrillte Kuecken sind wirklich nicht unser Ding und werden es auch nicht werden. Also sollte es fuer uns bei Nudeln bleiben, was auch nicht weiter schlimm war, da fuer abends der Feuertopf vorgesehen war.
Der besagte Feuertopf, wir assen ihn bereits ihn Peking, hielt allerdings nicht das, was wir uns von ihm versprachen. Zunaechst war er viel zu scharf, sodass wir Angst um unsere Magenschleimhaeute hatten und ausserdem war er mit irgendeinem Gewuerz versehen worden, bei dem unsere Geschmacksrezeptoren nur noch kapitulieren konnten. Trotzdem assen wir etwas, auch wenn es wirklich zu scharf war. Man sieht es auf den Bildern. Schweissgebaded und mit taubem Mundraum ging es deshalb zurueck ins Hostel und ziemlich schnell ins Bett. Am naechsten Tag wurde ausgeschlafen und um 13Uhr ausgecheckt. Weiter ging es zum Bahnhof. Das uebliche Prozedere begann … sich durch Menschenmengen kaempfen, Tickets zeigen und fuer den Sicherheitscheck bereit machen. Wir hatten Bier eingepackt, was sich als Fehler herausstellte. Die Tasche, in dem sich dieses befand wurde von nachrueckendem chinesischen Gepaeck bzw. Hausrat vom Tisch gedrueckt, fiel zu Boden und die Bierflaschen platzten. Wir liessen die Tasche dezent liegen, auch wenn die Sicherheitsbeamtin, die uns abtastete (ja … hier machen das Frauen), uns auf unsere Tasche aufmerksam machte. Wir waren uns keiner Schuld bewusst und mittlerweile trampelten auch schon chinesische Menschen auf der Tasche umher. Deshalb zogen wir es vor diesen Bereich des Bahnhofes schnell zu verlassen und fernab der Tasche auf den Zug zu warten.
Die Zugfahrt war aehnlich wie schon die nach Chengdu. Wir teilten uns ein Abteil mit einem sechs Monate altem Baby. Dieses mal sehr aktiv, aber lustig. Genervt vom Zugpersonal, das uns Schund verkaufen wollte und sich einen Spass daraus machte uns auf chinesisch anzusprechen, entschieden wir uns zu einem Kauf … allerdings von Bier. Wir bestellten sechs, was uns entsetzte Blicke der anwesenden Chinesen einbrachte, doch auch das war schnell vergessen, die Biere getrunken uns so ging es ins Bett … himmlische Ruhe … bis das Baby ausstieg und ein alter, schnarchender, stinkender und einfach widerlicher Chinese Platz nahm. Die Ruhe war dahin und der mp3-Player am Lautstaerke-Maximum … es sollte Stunden dauern bis der Chinese aufwachte und uns so Schlaf ermoeglicht wurde. Gegen 9.30 erreichten wir schliesslich gestresst und muede Kunming!
Schlagwort: Chengdu
Randnotizen: Terrakotta-Armee, Zugfahrt Xi’an – Chengdu
Am 9.9 machten wir uns frueh morgens auf. Das Ziel war die Terrakotta-Armee, welche sich etwa eine Stunde ausserhalb Xi’ans befindet. Zunaechst hat Roujiao allerdings noch unsere Zugfahrkarten umgetauscht und uns so eine ertraeglichere Abfahrtszeit ermoeglicht. Anschliessend ging es in einem kleinen Bus der Regierung zu unserem eigentlichen Ziel. Der Bus der Regierung erwies sich als Gluecksfall, erzaehlte doch ein Chinese, der neben Jiao sass, dass dieser fuer die gleiche Fahrt schon einmal 350 statt 12 Yuan bezahlt hat. Auslaender sind also nicht die einzigen, die hier boese beschissen werden. Bei der Terrakotta-Armee angekommen, goennte uns Roujiao ein Mittagessen bei KFC, bevor wir uns zu dem Ticketbuero aufmachten. Geschockt vom Preis, 110 Yuan (etwa 13 Euro), versuchten wir mit unserem deutschen Studentenausweis einen Rabatt zu erzielen, doch die Chinesin sah sich diese gar nicht erst an und verwies uns an einen anderen Schalter, wo wir den vollen Preis abdruecken sollten.
Vom Ticketbuero aus ging es durch eine kleine, kuenstliche Stadt aus Verkaufsstaenden und anderen Touristenabzockmaschinerien zu der eigentlichen Terrakotta-Armee. Zunaechst besuchten wir ein kleines Museum, das Highlight (die eigentliche Ausgrabung) sollte den kroenenden Hoehepunkt dieses Ausflugs bilden. Das Museum sahen wir uns an, besuchten anschliessend die weniger bekannten weiteren Ausgrabungen und begaben uns zu den, aus Fernseher und Buechern bekannten, Ausgrabungen. Wir drehten eine Runde in der Halle, immer begleitet von grossen Gruppen von Touristen aus aller Herren Laendern. Die nun folgende Rueckfahrt war vor Enge kaum zu ueberbieten. Wir haetten gerne gegen den Sitzabstand von Ryanair oder Condor getauscht.
Am naechsten Tag (10.9) war der Abschied aus Xi’an angesagt. Vor der Zugfahrt wollten wir uns allerdings auf der ueber 13km langen Stadtmauer von Xi’an ein wenig die Beine vertreten. Schoen waren von hier die alten Daecher der einstigen Hauptstadt Chinas zu sehen.
Nach diesem kurzen Spaziergang holten wir unsere Rucksaecke, checkten aus und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Nach einer kurzen Wartezeit war Zug K5 zum Einsteigen bereit. Wir bezogen gegen einen Aufpreis von 10 Yuan als erstes unseren Wagen. Wir hatten Betten direkt neben der Tuer erwischt. Dadurch wurden wir durch die, zwischen den Waggons rauchenden Chinesen, immer wieder geweckt, denn erstens haelt es hier niemand fuer noetig die Tuer zum Abteil zu schliessen und sollten sie dies mal tun, werden die Tueren derartig fest zugeworfen, dass man Angst um den Zug haben muss. Auch das bei uns im Abteil untergebrachte acht Monate alte Kind konnte bei den anderen Mitreisenden kein Mitleid erregen. Vielleicht auch deswegen, weil es schon in seinem zarten Alter mit Spielzeugzigaretten spielte. Gekleidet war es, wie in China typisch, mit einer Lochhose, die eine Frage nach dem Geschlecht eruebrigte. Als waere all dies nicht schon genug gewesen, wurden wir auch oefter durch Whams „Last Christmas“ aus dem Schlaf gerissen, aber immerhin hatten wir etwas zu lachen!