Peking-Ente fuer Anfaenger

In China, da kann man so einiges lernen. Zum Beispiel, wie man fachmaennisch und ganz nach chinesischer Tradition Peking-Ente zubereitet und isst. Eine kleine Anleitung:

1. Zu allererst bestelle man sich in einem chinesischen Restaurant, auf Grund der dort vorherschenden Lautstaerke vergleichbar mit einem Pausenhof waehrend der grossen Pause, eine Peking-Ente.

2. Als naechstes rueckt ein Koch mit Messer an und zerlegt die gegrillte Ente hochprofessionell mit einem Messer. Die Fleischstuecke werden dann auf einem Teller serviert.
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3. Jetzt beginnt der eigentlich spannende Teil der Zubereitung. Dabei handelt es sich auch um den schwierigsten Teil des gesamten Vorhabens, denn hier heisst es, einen hauchduennen Teiglappen vom Stapel zu pulen, diesen dann in der einen Hand zu drappieren um dann mit der anderen Hand mittels Staebchen die Zutaten, d.h.Fleisch mit Sosse, unbekannte weisse Streifchen, Gurkenstifte und kleine Sprossen, auf den Teiglappen zu legen.
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4. Nachdem dieses mehr oder minder erfolgreich und ohne Komplikationen vonstatten gegangen ist, gilt es, den Teiglappen so zu falten, dass man ihn in zwei Haende nehmen kann.
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5. Als kroenender Abschluss muss nur noch verspeist werden.DSCF7729

Kniefall zu Warschau vs. Klo(um)fall zu Beijing

Kniefall in Warschau kann jeder … mit einem Klo in China (beinahe) umkippen nur ich! Man muss wissen, dass das chinesische Standardklo lediglich ein Loch im Boden mit einer geriffelten Oberflaeche (gegen Rutschgefahr) ist. Da in dem Hostel, in dem wir uns derzeit befinden allerdings ueberwiegend Europaer untergebracht sind und diese vermutlich ueber Toiletten mit unserem Standard verfuegen, hat man sich entschlossen ueber dieses Loch mit ein wenig Silikon eine westliche Schluessel zu montieren oder soll ich sagen notduerftig zu kleben … Da ich allerdings unnoetige Kontamination mit einem chinesischen Klo verhindern wollte, verlagerte ich mein Gewicht auf eine Koerperhaelfte, wodurch die Kloschuessel aus ihrer ‚Silikonhalterung‘ gerissen wurde und die gesamte Schuessel zu wackeln begann. Von da an waren ruhige und ueberlegte Bewegungen gefragt. Ich konnte die Situation retten, auch wenn ich schweissgebaded das Badezimmer verlassen habe … Puuhhh … China … immer fuer eine Ueberraschung gut!

 

Von Currywurst zu gekochtem Seestern in 24h!

Nach einer letzten Currywurst vor Abflug nach China, ging es per Zug mit Ruben, Judith und Seunghee an den Flughafen. Check-in ging in wenigen Minuten von statten und so begaben wir uns puenktlich zum entsprechenden Gate. Der Kuemmelbomber wurde beladen und startete mit 15 Minuten Verspaetung in Richtung Istanbul. Dort angekommen, geparkt wurde neben einem Flugzeug der BH-Airlines (hahahaha) ging es per Bus ins Terminal, wo Energieknappheit fuer den Ausfall saemtlicher Rolltreppen sorgte. Aus einem Treppenhaus wurden wir schnell verscheucht … es handelte sich um einen Notausgang … Oooopsy … Das Design des Flughafens erinnerte im Entferntesten an Grossbritannien, vielleicht tropfte es auch deshalb von der Decke um das englische Wetter zu imitieren. Schliesslich durften wir den Flughafen Richtung Flugzeug verlassen. Wir hatten eine Reihe fuer uns, da ein Sitz frei blieb. Bei Bier und Musik wurden die 8h tot geschlagen. Peking erreichten wir ueberpuenktlich um 13.45 Ortszeit. Einreise und Gepaeckabholung erledigten wir ohne Probleme und so trafen wir gegen 14.30 Jiao. Mit ihr und ihrem Freund ging es anschliessend per AirportExpress und U-Bahn zu unserem Hostel, welches wir direkt bezogen. Es folgte die Suche nach einem Geldautomaten, der deutsche Karten akzeptiert. Nach einer gefuehlten Ewigkeit und unendlich vielen erfolglosen Versuchen, spuckte der Automat der Bank of China schliesslich ‚harte‘ Yuan aus. Auch das Tauschen von TravelerCheques erwies sich als Herausforderung. Der Tausch zoegerte sich ueber 30 Minuten hin … doch auch dieses Unterfangen fand letztendlich ein gutes Ende.

Die bei der Suche nach Bargeld verschwendeten Kraefte sollten daher mit einem pompoesen Essen regeneriert werden. Wir trafen Jiaos Onkel, der eigentlich der Cousin ihres Vaters ist, aber trotzdem Onkel heisst, vor einem bekannten Restaurant in welchem bereits ein Tisch fuer uns reserviert war. Hier erwartete uns ein Tisch fuer acht Personen in dessen Mitte eine Aussparung war, in welcher ueber einem Gasbrenner ein Gefaess mit zwei kochenden Bruehen angebracht war. In diese beiden Bruehen wurde nun alles geworfen, was an den Tisch gebracht wurde. Normales Rindfleisch, Rinderzunge, Tofu, Tofupapier, Pilze, Schweineblut, Glibber, Enteninnereien und der bei uns hoch im Kurs stehende Seestern. Ausserdem wurden in einer wilden Choreografie (wer ist Detlef D! Soost?) Nudeln in die Laenge gezogen und in der Bruehe versenkt. Als waere das alles noch nicht genug, wartete ausserdem ein kompletter Kasten Bier auf uns. Diesen tranken wir mit Jiaos Freund und Onkel leer, bevor wir uns verabschiedeten und ins Hostel zurueckzogen, um dort zwei weitere Biere zu uns zu nehmen. So endete der erste Tag leicht beschwippst im Hochbett.

Der zweite Tag wurde mit Besuchen der Verbotenen Stadt, des Platzes des himmlischen Friedens und des Jingshan-Park begonnen, bevor es am Abend einer Ente an den Kragen gehen soll. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

P.S. auf Flickr gibt es nun auch die ersten Fotos!